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Warum viele Jobsuchende das Anschreiben fürchten

Unternehmen brauchen bewerberfreundlichere Recruiting-Prozesse. Diesen Schluss zieht meinestadt.de aus der Befragung von 1034 Fachkräften mit Berufsausbildung. Über die Hälfte von ihnen empfindet das Anschreiben als große Hürde bei Bewerbungen. Arbeitgeber sollten sie senken, zumal sich die Frage stelle, welche Aussagekraft die Schreiben hätten. Kurzbewerbungen könnten eine Alternative sein.

Am häufigsten wurden Schwierigkeiten mit dem Anschreiben damit begründet, dass die Jobsuchenden nach eigenen Angaben nicht wissen, was sie schreiben sollen. Rund jeder Fünfte war der Meinung, dass es zu viel Zeit koste. 15 Prozent nannten mangelnde Routine beim Verfassen von Texten als Grund. Zu den häufigsten Assoziationen in Bezug auf das Anschreiben zählten "Schulprüfung", "Zeitverschwendung" und "Zahnarztbesuch".

Haben Anschreiben überhaupt eine Aussagekraft?

Wer das Anschreiben nicht als Hürde empfand, hatte aus Arbeitgebersicht mitunter fragwürdige Gründe dafür. Jeder Vierte griff auf einen fertigen Text zurück, der nur minimal angepasst wurde. Weitere sechs Prozent beriefen sich auf zahlreiche Vorlagen im Internet, ein Prozent ließ es gleich von jemand anderem erstellen. "Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, welche Aussagekraft Anschreiben letztlich überhaupt für die Bewerberauswahl haben", sagt Georg Konjovic, Geschäftsführer von meinestadt.de.

Kurzbewerbungen könnten eine Lösung sein

Viele Unternehmen vernachlässigten immer noch die notwendigen Unterschiede in den Bewerbungsprozessen zwischen akademischen und nicht-akademischen Positionen, heißt es bei der Jobbörse weiter. Für letztere reichten im ersten Schritt meist bestimmte Informationen, um zu sehen, ob es für den Kandidaten einen Schritt weitergeht. Personaler sollten darüber hinaus in Betracht ziehen, dass Akademiker wahrscheinlich grundsätzlich eine höhere Affinität zum Schreiben hätten. Kurzbewerbungen könnten eine Lösung sein, um mehr passende Bewerbungen zu erhalten - das zeigten Beispiele aus der Praxis. So seien bei der Daimlertochter Daimler TTS sogenannte One-Click-Bewerbungen ausdrücklich erwünscht.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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