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Viele Rekrutierungsprozesse werden länger statt kürzer

Eigentlich sollte sich herumgesprochen haben, dass langwierige Rekrutierungsprozesse die besten Bewerber vergraulen. Trotzdem sind sie in 54 Prozent der Betriebe zwischen 2013 und 2016 länger statt kürzer geworden. Das zeigt eine Befragung von 200 Personalern durch die Beratung Robert Half. Die Gründe dafür sind vielfältig und haben auch mit mangelndem Mut zu tun.

Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half, zählt einige Gründe auf: "Häufig sind es zu hohe Ansprüche an die Kandidaten, zu umfangreiche Prozesse, Defizite in der Personalplanung oder fehlende Budgetfreigaben." Darüber hinaus spiele mangelnde Entscheidungsfreude der Verantwortlichen eine Rolle.

Unternehmen sollten laut Hennige dringend prüfen, wie langwierig das eigene Recruiting gegenwärtig ist - und mutig beginnen, alle Aspekte des Prozesses kritisch zu hinterfragen. Hilfreiche Maßnahmen könnten sein, die Anzahl der beteiligten Personen am Bewerbungsprozess zu verringern oder Bewerbungsrunden schlanker aufzusetzen, indem beispielsweise nur zwei statt drei Gespräche stattfinden.

Ansatzpunkte für Verbesserungen liefert auch die Befragung von 1.000 Arbeitnehmern zu den ihrer Meinung nach frustrierendsten Schritten im Bewerbungsprozess. 50 Prozent nannten eine späte Rückmeldung über den aktuellen Stand des Einstellungsverfahrens. Eine verzögerte Entscheidungsfindung bemängelten 43 Prozent, weitere Ärgernisse waren eine schlechte Kommunikation über die notwendigen Schritte des Prozesses, fehlende Transparenz in Bezug auf Vergütung und Zusatzleistungen sowie die Häufung mehrerer Vorstellungsgespräche beim gleichen Arbeitgeber. Knapp zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie das Interesse an der Stelle sogar ganz verlieren, wenn der Bewerbungsprozess zu lange dauert.

Insgesamt führe dies zu zwei gravierenden Nachteilen. Nicht nur, dass immer mehr Stellen mit weniger geeigneten Mitarbeitern besetzt werden müssen. Auch die Belastung bei den verbleibenden Mitarbeitern steige bei längeren Vakanzen, was zu höheren Krankenständen, steigenden Arbeitsunfähigkeitsquoten und Umsatzeinbußen führen kann.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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