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Suchanfragenanalyse: Gutes Gehalt ist wichtiger als vor vier Jahren

Was erwarten Mitarbeiter von Arbeitgebern und ihrem Arbeitsplatz? Im Gegensatz zu Studien, die zu dem Ergebnis kommen, dass Mitarbeitern ein gutes Gehalt nicht mehr so wichtig ist, ergab eine aktuelle Auswertung von Suchanfragen auf Google und in Jobbörsen, dass dem nicht so ist - im Gegenteil. Auch legen Berufstätige auch immer mehr Wert auf Zusatzleistungen.

In diesem Jahr wurde in Deutschland auf Google und in Jobbörsen doppelt so häufig wie 2014 nach dem Stichwort "gutes Gehalt" gesucht. Eine auskömmliche Vergütung ist Arbeitnehmern also wichtiger geworden. Das Suchvolumen des Begriffs "Mitarbeiter Benefits" hat sich in den letzten vier Jahren mit einer Zunahme um 345 Prozent sogar vervierfacht (Stand: September 2018). Im gleichen Zeitraum sind die monatlichen Suchanfragen für "Incentives für Mitarbeiter" um 109 Prozent angestiegen. Auch die Anzahl der Suchanfragen zu "Gehalt verhandeln" und "Gehaltserhöhung" hat sich erhöht. Das geht aus einer aktuellen Studie von SEMrush hervor. Dafür wurden 526 Keywords auf Google hinsichtlich Suchvolumen, Besucherzahlen und Regionalität untersucht. Außerdem wurden SEO-Daten wie Nutzerverhalten, Traffic und Keyword-Rankings von 104 Jobportalen herangezogen. Insgesamt flossen 892 526 Datensätze in die Auswertung ein.

Sachleistungen wie Dienstfahrräder zunehmend wichtig für Mitarbeiter

Bezüglich der finanziellen Benefits stiegen die Suchanfragen nach Urlaubsgeld, Erholungsbeihilfe und Mitarbeiterrabatt seit 2014 an. Nach Mitarbeiterrabatten wurde zum Beispiel 68 Prozent häufiger gesucht, nach Urlaubsgeld um 74 Prozent mehr. Bei den Sachleistungen unter den Benefits fällt auf, dass die Suchanfragen zum Thema Dienstfahrrad in den letzten vier Jahren um 292 Prozent angewachsen sind. Dabei informierten sich die Google-Nutzer häufig auch über Leasing- und Gehaltsumrechnungsmöglichkeiten. Daneben gab es163 Prozent mehr Suchen nach dem Stichwort Arbeitslaptop und 61 Prozent mehr zum Thema Arbeitshandy.

Unbefristete versus befristete Arbeitsverträge

Neben Geld ist den Deutschen auch Sicherheit weiterhin wichtig. Die Studie zeigt, dass in diesem Jahr 68 Prozent häufiger als 2014 nach "unbefristeter Arbeitsvertrag" gesucht wurde. Das Suchvolumen für "befristeter Arbeitsvertrag" ist zwar viermal höher, allerdings lässt es sich damit erklären, dass Arbeitnehmer in diesem Zusammenhang am häufigsten danach googelten, wie oft ein befristeter Arbeitsvertrag verlängert werden darf.

Flexibles Arbeiten und Home Office rücken stärker in den Fokus

Dass das Thema Work Life Balance im Trend bleibt, zeigt die Entwicklung des entsprechenden Keywords, das in den letzten vier Jahren 57 Prozent öfter aufgerufen wurde. Die Suchanfragen nach "Home Office" nahmen um 69 Prozent zu. Das Suchvolumen für "Vertrauensarbeitszeit" stieg um 67 Prozent, das für "Flexible Arbeitszeit" um 57 Prozent. Auch der Wohlfühlfaktor am Arbeitsplatz spielt eine immer wichtigere Rolle. So erhöhten sich die Suchanfragen zu Themen, die für ein gutes Betriebsklima sorgen: Unter anderem stieg die Anzahl der Eingabe "Bürohund" um 264 Prozent an. Auch interessieren sich offenbar mehr Menschen für den Beruf Feelgood Manager, denn hier nahmen die Suchanfragen um 81 Prozent zu. Für immer mehr Deutsche wird offenbar auch die "Zufriedenheit am Arbeitsplatz" wichtiger, denn 62 Prozent mehr als im Jahr 2015 gaben diesen Suchbegriff ein. Nach "zufrieden im Job" wurde 270 Prozent öfter gesucht.

Neue Berufsbilder vom Feelgood Manager bis zum Drohnenpiloten

Die Analyse zeigt außerdem, dass es neben dem Feelgood Manager oder alternativ dem Chief Happiness Officer einige weitere neue Berufsbezeichnungen gibt, die erst vor kurzem aufkamen und nach denen nun häufiger auf Google gesucht wird. So nahm die Zahl der Eingaben von "Data Scientist" um fast 700 Prozent zu. Außerdem suchten mehr als doppelt soviele Menschen nach dem Beruf "Drohnenpilot", genauso sieht es beim BIM (Building Information Modelling) Manager aus. Wie bei den meisten anderen für die Studie ausgewerteten Begriffen gibt es hier regionale Unterschiede, was die Häufigkeit der Anfragen betrifft.

Die Ergebnisse der Studie gibt es hier.

Personalwirtschaft.de

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