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Arbeitsmarktstudie: Personalleiter stellen steigende Mitarbeiterfluktuation fest

Fast jeder zweite Personalverantwortliche in Deutschland sagt, dass die Wechselbereitschaft von Mitarbeitern gestiegen ist. Laut einer aktuellen Studie gibt es in vielen Branchen, besonders im IT- und Finanzbereich, inzwischen einen Bewerbermarkt, dennoch sei die Fluktuation ein branchenübergreifendes Problem. Die Studie zeigt Gründe auf und empfiehlt Gegenmaßnahmen.

Knapp die Hälfte der Personalverantwortlichen hierzulande (47 Prozent) gibt an, dass sich die freiwillige Mitarbeiterfluktuation in ihrem Unternehmen während der letzten drei Jahre erhöht hat. Entsprechend sieht gut ein Drittel der HR-Leiter die größte Herausforderung beim Talent Management in der Mitarbeiterbindung. Das sind Ergebnisse der aktuellen Arbeitsmarktstudie von > Robert Half. Dafür wurden im Dezember 2018 und im Januar 2019 702 Personalverantwortliche in Deutschland repräsentativ befragt.

Zu geringes Gehalt ist größenübergreifend der Hauptgrund für Arbeitgeberwechsel

Die Personalverantwortlichen wurden nach den wichtigsten Gründen dafür gefragt, dass Mitarbeiter ihrem Unternehmen den Rücken kehren. Dabei zeigt sich, dass mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle spielen. Ein Drittel der Studienteilnehmer (34 Prozent) antwortete, den Mitarbeitern sei das Gehalt zu niedrig. 32 Prozent gaben die fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben an. 30 Prozent sagten, fehlende berufliche Entwicklungsmöglichkeiten seien ausschlaggebend. Schlechtes Zurechtkommen mit den Kollegen nannten 24 Prozent und 23 Prozent führten mangelnde Freiheit an.

In kleinen Betrieben wandern die meisten Mitarbeiter wegen zu wenig Geld ab

Eine differenzierte Betrachtung zeigt, dass sich die Gründe für das Abwandern von Mitarbeitern je nach Unternehmensgröße unterscheiden. Die befragten Personaler kleiner Betriebe mit 49 bis 249 Mitarbeitern nannten ein zu geringes Gehalt mit Abstand am häufigsten (41 Prozent). Am wenigsten beklagt wird mangelnde Freiheit (18 Prozent). Nach Ansicht von Christian Umbs, Managing Director bei Robert Half, sollten kleine Unternehmen ihre Gehaltspakete regelmäßig überprüfen und alternative Anreize bieten, falls die Budgets keine größeren Gehaltssprünge zuließen.

In mittelgroßen Unternehmen führen vor allem geringe Entwicklungsmöglichkeiten zur Fluktuation

In mittelgroßen Unternehmen mit 250 bis 499 Beschäftigten stellt die fehlende berufliche Entwicklung den wichtigsten Grund für die Wechselbereitschaft dar; 37 Prozent der Personalchefs gaben dies an. An zweiter Stelle mit 35 Prozent steht die fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben."Der Fokus von Personalverantwortlichen in mittelständischen Unternehmen sollte auf den Karrierewegen liegen. Diese müssen klar definiert werden und Mitarbeitern attraktive berufliche Perspektiven aufzeigen", so Umbs. Häufig werde eine Beförderung zu lange hinausgezögert, weil die Nachfolge nicht geregelt ist oder der Mitarbeiter noch nicht alle Kriterien hundertprozentig erfüllt. Das sei frustrierend und führe langfristig zur Kündigung. Mittelständler sollten mutiger werden und engagierten Mitarbeitern die Chance geben, den nächsten Schritt zu machen und sich in der neuen Position weiterzuentwickeln, zum Beispiel mit einem Mentor an ihrer Seite, empfiehlt der Personalexperte.

Schlechtes Klima unter Kollegen motiviert Mitarbeiter großer Firmen zum Gehen

In großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern wandern die meisten Mitarbeiter ab, weil sie schlecht mit den Kollegen zurechtkommen; 37 Prozent der HR-Leiter nannten diesen Faktor. Mangelnde Freiheit folgt mit 35 Prozent - ebenfalls der höchste Wert in den drei Unternehmensgrößen. An dritter Stelle steht ein zu geringes Gehalt mit 31 Prozent. Was den Hauptgrund, das schlechte Klima unter Kollegen, betrifft, rät Umbs großen Firmen dazu, sich der Diversität der Belegschaft besser zu stellen und ein Verständnis dafür zu schaffen sowie auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten und an einem Strang zu ziehen, um den Zusammenhalt zu fördern.

Quelle: Personalwirtschaft.de

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