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Was entscheidet über die Berufswahl junger Leute?

Die Enquete-Kommission "Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt" stellt den eingeladenen Bildungswissenschaftlern erstmals ehemalige Auszubildende als externe Sachverständige zur Seite. Sie beantworten Fragen zum Berufsbildungssystem aus persönlichen Erfahrungen.

Speziell die beruflichen Erwartungen jüngerer Altersklassen und ihre Kriterien bei der Jobsuche sollten diesmal laut Kommission im Fokus stehen: "Die Erfahrungen junger Menschen, insbesondere aus der Generation Y und Z, sind in der deutschen Bildungsdiskussion oft ein blinder Fleck", so die Begründung der Wissenschaftler. "Die Generation Y, also die zwischen 1985 bis 2000 Geborenen, ist die fragende Generation, die zwar in Krisenzeiten, aber bereits digital aufgewachsen ist" - während die Generation "Z" der nach 2000 Geborenen sich dank des Fachkräftemangels nicht mehr um Arbeitsplätze sorgen müsse und deshalb z. B. auch deutlich politischer sei.

Auf welche Weise aber entscheiden sich diese jungen Leute im Zweifelsfall für oder gegen einen Job? Je nach Region hätten Betriebe beispielsweise oft Schwierigkeiten bei der Rekrutierung geeigneter Auszubildender. "Deshalb wollten wir mehr über die Gründe der Auszubildenden bei der Berufswahl wissen, damit die Unternehmen Argumente finden können und attraktiver werden", erläutert ein IHK-Experte.

Vorliegende Studien belegten das insgesamt gute Image der dualen Ausbildung bei den Jugendlichen - über alle Bildungsgruppen hinweg. Für die Wahl ihrer Jobs seien offenbar weniger die finanziellen Gründe entscheidend, als vielmehr eine hohe Kongruenz mit den eigenen Fähigkeiten, die Work-Life Balance bzw. Vereinbarkeit mit dem Privatleben sowie eine erfüllende berufliche Tätigkeit. Abwechslungsreiche Aufgaben, ein gutes Betriebsklima und flachen Hierarchien sowie attraktive Karriereaussichten spielten dabei ebenfalls eine große Rolle.

Besonders unbeliebt seien hingegen Zumutungen wie nicht zeitgemäße Technik am Arbeitsplatz, Tätigkeiten abseits des eigenen Aufgabengebietes oder zeitliche Belastungen durch Überstunden und Wochenendarbeit. Zusammenfassend stellen die Fachleute den betreffenden Altersgruppen ein durchaus positives Zeugnis aus - nicht zuletzt auch deshalb, weil "sehr viele junge Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich weiterzubilden".

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.

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