HR Fachartikel

Sie wollen fachlich in die Tiefe gehen und das möglichst mit geringem Aufwand? Dann nutzen Sie unser für Sie zusammengestelltes HR Magazin. Hier finden Sie mit nur einem Klick Fachartikel zu allen HR relevanten Themen wie Lohn & Gehalt, Talent Management, Employer Branding und vielen mehr. 

 

« Zurück

Meldeverfahren in der Sozialversicherung 2018: Was ist neu?

Zum 1. Januar 2017 wurde das Meldeverfahren zur Sozialversicherung grundlegend geändert. Vieles hat sich mittlerweile eingespielt, doch Zeit zum Ausruhen bleibt wenig. Zum Jahreswechsel treten weitere Änderungen in Kraft, die teilweise länger geplant waren, teilweise den Erkenntnissen der vergangenen Monate geschuldet sind. Arbeitgeber sollten sich zügig darauf einstellen.

Wozu ein Meldeverfahren?

Das "Meldeverfahren nach der Verordnung über die Erfassung und Übermittlung von Daten für die Träger der Sozialversicherung" (DEÜV) ist für Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen wichtig. Die Kranken- und Pflegekassen, die Rentenversicherungsträger sowie die Bundeagentur für Arbeit benötigen aktuelle Informationen über beschäftigte Arbeitnehmer, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. "Aus diesem Grund müssen alle Arbeitgeber für die bei ihnen Beschäftigten Meldungen erstatten, welche beispielsweise dazu dienen, die Ansprüche der Beschäftigten auf Leistungen gegenüber den zuständigen Versicherungsträgern sicherzustellen", heißt es bei der Rentenversicherung. Zum Jahresbeginn 2018 wird dabei an einigen Stellschrauben gedreht.

Bestandsprüfungen ab 2018

Auf Grundlage des 6. SGB IV-Änderungsgesetzes werden zum Jahreswechsel Bestandsprüfungen für das DEÜV-Meldeverfahren eingeführt. Alle DEÜV-Meldungen, die dann bei den Einzugsstellen eingehen, werden in der Folge daraufhin überprüft, ob sie mit den vorliegenden Bestandsdaten übereinstimmen. Liegen Abweichungen vor, kann die jeweilige Einzugsstelle diese gemeinsam mit dem Meldepflichtigen abklären. Im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber können diese die Fehler dann direkt in der DEÜV-Meldung korrigieren. Danach übermittelt die Einzugsstelle den neuen Datensatz mit dem Datenbaustein Bestandsabweichung Meldeverfahren (DBBM) an den Arbeitgeber. Im neuen Datenbaustein DBBM sind die Änderungen ausgewiesen.

Arbeitgeber können fehlerhafte Meldungen aber auch weiterhin selbst stornieren und neu erstellen. Ist eine Änderung im Bestandsprüfungsverfahren nicht möglich, muss er diesen Weg ohnehin beschreiten: "Welche fachlichen Werte durch die Einzugsstellen überprüft und im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber geändert werden dürfen, wurde durch die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung festgelegt", berichtet die Bahn BKK. Hat die Einzugsstelle den Datensatz korrigiert, kann der Arbeitgeber die geänderten Daten übernehmen. So oder so ist er nach wie vor verpflichtet, den gemeldeten Arbeitnehmer über jede Änderung einer ihn betreffenden DEÜV-Meldung zu benachrichtigen. 2019 soll dieses System auch auf die Beitragsnachweise ausgeweitet werden. Das neue Verfahren gilt nicht für Sofortmeldungen und UV-Jahresmeldungen.

Neues Kennzeichen für Saisonarbeitnehmer

Eine weitere Änderung betrifft Saisonarbeitnehmer. Haben sie einen ständigen Wohnsitz im Ausland, gehen sie nur vorübergehend einer versicherungspflichtigen Beschäftigung in Deutschland nach und kehren sie nach der Beschäftigung voraussichtlich wieder in ihr Heimatland zurück, sind sie von 2018 an im Datenbaustein DBME bei der DEÜV-Anmeldung gesondert zu kennzeichnen. "Ist der Beschäftigte geringfügig beschäftigt oder ausschließlich in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert, ist eine solche gesonderte Anmeldung nicht notwendig", ergänzt die Beratung L3 Consulting.

A1-Bescheinigung wird digital

Ist ein Beschäftigter aus beruflichen Gründen für eine Zeit lang im EU-Ausland tätig, muss sein Arbeitgeber nachweisen, dass das Unternehmen weiterhin Sozialversicherungsbeiträge im Heimatland entrichtet. Dafür ist die sogenannte A1-Bescheinigung erforderlich, die bisher in Papierform angefordert und bearbeitet wurde. Das Verfahren wird nun in drei Schritten digitalisiert.

"Ab dem 1. Januar 2018 können Arbeitgeber die A1-Bescheinigung elektronisch beantragen. Dafür ist ein zertifiziertes Lohnabrechnungsprogramm oder eine maschinelle Ausfüllhilfe nötig", informiert die Techniker Krankenkasse. Das Antragsverfahren in Papierform ist weiterhin zulässig. Vom 1. Juli 2018 an erfolgen dann auch die Rückmeldungen der zuständigen Stellen in digitaler Form - wenn der Antrag elektronisch gestellt wurde. Die Daten werden von den Entgeltabrechnungsprogrammen in ein druckbares PDF-Dokument umgewandelt. Zum Jahreswechsel 2019 schließlich wird das elektronische Verfahren für alle Beteiligten verbindlich, heißt es bei der TK weiter.

Neues beim Datenaustausch EEL

Sozialversicherungsträger benötigen Informationen über die Höhe des Arbeitsentgelts, um Entgeltersatzleistungen wie etwa Kranken- oder Mutterschaftsgeld korrekt berechnen zu können. Diese werden über den Datenaustausch Entgeltersatzleistungen (DTA EEL) angefordert, der ebenfalls zum 1. Januar 2018 überarbeitet wurde. Neu gefasst sind unter anderem die Voraussetzungen für Anfragen zu Vorerkrankungszeiten bei gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmern. Vom Jahreswechsel an ist zusätzlich zu den bisherigen auch noch zu berücksichtigen, dass die Zeiten der anzufragenden Arbeitsunfähigkeiten insgesamt mindestens 30 Tage umfassen müssen.

Darüber hinaus ist es Sozialversicherungsträgern künftig möglich, mehrfach auf einen Datensatz zu antworten. Der Vorgang kann aber nach wie vor nur vom Arbeitgeber initiiert werden. Ebenfalls neu ist der Meldegrund 99: Er ermöglicht es Arbeitgebern, Veränderungen der Adressierung an die Sozialversicherungsträger zu melden.

Weitere Informationen zu Einzelheiten des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung erhalten Arbeitgeber in einem Gemeinsamen Rundschreiben der Spitzenverbände sowie in den Gemeinsamen Grundsätzen für die Datenerfassung und Datenübermittlung. Für den Datenaustausch Entgeltersatzleistungen sind ebenfalls Gemeinsame Grundsätze sowie eine Verfahrensbeschreibung abrufbar.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

Durchschnitt (0 Stimmen)
Die durchschnittliche Bewertung ist 0.0 von max. 5 Sternen.