HR Fachartikel

Sie wollen fachlich in die Tiefe gehen und das möglichst mit geringem Aufwand? Dann nutzen Sie unser für Sie zusammengestelltes HR Magazin. Hier finden Sie mit nur einem Klick Fachartikel zu allen HR relevanten Themen wie Lohn & Gehalt, Talent Management, Employer Branding und vielen mehr. 

 

« Zurück

Rente: So ändern sich die Regeln 2018

Die neue Regierung steht zwar noch nicht fest. Aber dennoch stehen Änderungen hinsichtlich Rente für das Jahr 2018 an. Ein Überblick.

Erwerbsminderungsrente: Zurechnungszeit steigt

Im Durchschnitt gehen rund 170.000 Beschäftigte jährlich frühzeitig in Rente. Der Grund: Sie können krankheits-/gesundheitsbedingt nicht mehr arbeiten oder sind nur sehr eingeschränkt arbeitsfähig. Diese Menschen sind oftmals noch weit vom Rentenalter entfernt. Sie sind durchschnittlich erst 50 Jahre alt. Die bis dahin erworbenen Rentenansprüche reichen zur Sicherung des Lebensunterhalts in der Regel nicht aus. An dieser Stelle greift die Erwerbsminderungsrente. Diese berücksichtigt die Entwicklung von Rentenansprüchen, wie es sie bei gleichbleibender Berufstätigkeit bis zum Rentenalter gegeben hätte. Die Berechnung der Erwerbsminderungsrente erfolgte bisher unter der Annahme, als hätten Personen bis zum 62. Lebensjahr gearbeitet. Diese Zurechnungszeit soll in dem Zeitraum 2018 bis 2024 schrittweise um drei Jahre verlängert werden - von 62 auf 65 Lebensjahre. Ab 2024 wird im Falle einer Erwerbsminderungsrente also angenommen, Personen hätten bis zum 65 Lebensjahr gearbeitet.

Flexirente: Neuregelung der Hinzuverdienstgrenze

Bereits neu seit Jahresbeginn 2017 ist das Flexirentengesetz. Es soll unter anderem das Weiterarbeiten über die Regelaltersgrenze hinaus attraktiver machen. Das Gesetz regelt zum einen die Beitragspflicht für die Beschäftigung bei Bezug einer Altersrente. Arbeiten Bezieher einer Regelaltersgrenze weiter und zahlen weiter den Rentenbeitrag, können sie ihre Rente jährlich um bis zu neun Prozent steigern. Zum anderen regelt das Flexirentengesetz die Hinzuverdienstgrenze für Bezieher von Teilrenten neu. Teilrente und Hinzuverdienst lassen sich individueller kombinieren. Seit dem 1. Juli 2017 dürfen bei einer Teilrente 6.300 Euro jährlich anrechnungsfrei hinzuverdient werden. Über dieser Grenze liegende Verdienste werden zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet beziehungsweise von der Rente einbehalten. Wichtig ist zudem: Liegen Hinzuverdienst und Rente zusammen über dem monatlichen Durchschnittseinkommen der letzten 15 Jahre, wird der übersteigende Beitrag vollständig - also zu 100 Prozent - auf die Rente angerechnet.

Rentenangleichung zwischen Ost und West

Zukünftig - ab dem Jahr 2025 - soll in ganz Deutschland eine einheitliche Berechnung der Rente erfolgen. Bis dahin wird der in Ostdeutschland geltende Rentenwert schrittweise an dem im Westen angeglichen. Ab dem 1. Juli 2018 erfolgt eine Angleichung des Rentenwertes in sieben Schritten. Zuerst wird der Rentenwert Ost auf 95,8 Prozent des Westwertes angeglichen. In den Folgejahren kommt es zu einer Anhebung um jeweils 0,7 Prozent, bis somit am 1. Juli 2024 der Rentenwert im Osten 100 Prozent des Westwertes beträgt.

Förderung der Betriebsrenten

Rund 30 Prozent der heutigen Rentner beziehen neben ihrer gesetzlichen Rente noch eine Betriebsrente, 57 Prozent der Beschäftigten sorgen betrieblich vor. Zum Jahresbeginn 2018 wird die Betriebsrente gestärkt. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) dient der weiteren Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Vor allem richtet es sich an kleine und mittlere Unternehmen sowie Beschäftigte mit geringem Einkommen. Die Betriebsrente soll hier an Attraktivität gewinnen. Das Gesetz verspricht weniger Hürden für die Sozialpartner. Darüber hinaus können Arbeitgeber Steuerzuschüsse geltend machen. Diese sind insbesondere für den Bereich der Geringverdiener vorgesehen, damit diese verstärkt in den Genuss einer Betriebsrente kommen. Bekommen Beschäftigte mit weniger als 2.200 Euro brutto eine Betriebsrente angeboten, erhalten Arbeitgeber einen direkten Steuerzuschuss von 30 Prozent. Dazu müssen sie Beiträge zwischen 240 Euro bis 480 Euro jährlich zahlen.

Weiterführende Informationen zum Thema:

Dieser Beitrag wurde erstellt von Sven Lechtleitner.

Durchschnitt (0 Stimmen)
Die durchschnittliche Bewertung ist 0.0 von max. 5 Sternen.