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Lohnsteuer: Was 2018 wichtig wird

Mit Jahresbeginn 2018 gibt es im Bereich Lohnsteuer einige Änderungen. Die Neuregelungen betreffen sowohl Arbeitgeber als auch Mitarbeiter.

Lohnsteuerbescheinigung ab 2018

Für elektronische Lohnsteuerbescheinigungen gelten seit Januar neue Regeln. Die bisherigen Regelungen hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit seinem Schreiben vom 27. September 2017 aktualisiert. Demnach "hat der Arbeitgeber auf Grund der Aufzeichnungen im Lohnkonto nach Abschluss des Lohnkontos für jeden Arbeitnehmer der zuständigen Finanzbehörde nach Maßgabe des § 93c der Abgabenordnung (AO) bis zum letzten Tag des Monats Februar des folgenden Jahres eine elektronische Lohnsteuerbescheinigung zu übermitteln". Die Datenübermittlung hat über die amtlich bestimmte Schnittstelle zu erfolgen. Konkrete Sachverhalte dazu sowie die Bedeutung der Großbuchstaben erläutert das BMF-Schreiben. Das BMF hat zudem ein Muster für den Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigungen 2018 veröffentlicht.

Änderungen Programmablaufpläne

Ende vergangenen Jahres wurden die geänderten Programmablaufpläne für den Lohnsteuerabzug 2018 bekanntgegeben. Hintergrund ist die am 22. November 2017 beschlossene Absenkung des Beitragssatzes in der allgemeinen Rentenversicherung auf 18,6 Prozent, die im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden zu geänderten Programmablaufplänen führt. Nach BMF-Schreiben vom 23. November 2017 ändern sich die Programmablaufpläne für

  • "die maschinelle Berechnung der vom Arbeitslohn einzubehaltenden Lohnsteuer, des Solidaritätszuschlags und der Maßstabsteuer für die Kirchenlohnsteuer für 2018 sowie

  • die Erstellung von Lohnsteuertabellen für 2018 zur manuellen Berechnung der Lohnsteuer (einschließlich der Berechnung des Solidaritätszuschlags und der Bemessungsgrundlage für die Kirchenlohnsteuer)".

Die Bekanntmachung vom 10. November 2017 wurde gleichzeitig aufgehoben.

In den Programmablaufplänen sind geltende Anpassungen des Einkommensteuertarifs berücksichtigt - wie die Anhebung des Grundfreibetrags auf 9.000 Euro und die der Kinderfreibeträge auf 3.714 Euro beziehungsweise auf 7.428 Euro.

Frist für die Abgabe der Steuererklärung

Seit Jahresbeginn gibt es neue Regelungen für die Abgabefrist der Steuererklärung. Für Steuerjahre ab 2018 gilt: Steuerpflichtige können ihre Erklärung bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt einreichen. Wichtig: Dies betrifft erstmals die Steuererklärung für das Jahr 2018. Die Abgabefrist für private Steuererklärungen endet somit dann am 31. Juli 2019. Für die Steuererklärung 2017 endet der Abgabetermin - wie bisher - am 31. Mai des Folgejahres. Erstellen Steuerberater für Steuerpflichtige die Steuererklärung, gilt zukünftig der 28. Februar des Zweitfolgejahres als Fristende. Für die Steuerklärung 2018 liefe die Frist somit am 29. Februar 2020 aus.

Zwar ändern sich die Fristen zugunsten der Steuerpflichtigen. Aber dafür steigt der Verspätungszuschlag. Wer seine Steuererklärung also verspätet einreicht, wird unter Umständen zur Kasse gebeten. Der Verspätungszuschlag orientiert sich an der festgesetzten Steuer. Mindestens beträgt er jedoch 25 Euro für jeden begonnenen Monat der Verspätung. Die bisher üblichen Fristverlängerungsverfahren entfallen damit.

Weniger Belege

Die private Steuererklärung soll sich zudem in Zukunft deutlich einfacher gestalten. Steuerpflichtige können mit einer schnelleren, maschinellen Bearbeitung rechnen, heißt es. Zu der Vereinfachung gehört auch, dass sie Papierbelege wie beispielsweise Rechnungen und Spendenquittungen ab 2018 nicht mehr einreichen müssen. Diese Dokumente sollten Steuerpflichtige dennoch aufbewahren, da das Finanzamt sie im Einzelfall anfordern kann.

Weiterführende Informationen zum Thema:

Dieser Beitrag wurde erstellt von Sven Lechtleitner.

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