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Wie Unternehmen Innovationsstau verhindern können

Innovationsfähigkeit ist für Unternehmen überlebenswichtig. Wer nicht flexibel und erfinderisch ist oder bleibt, läuft Gefahr, von neuen Technologien und Geschäftsmodellen überrannt zu werden. Die Investitionen in diesen Bereich steigen, aber an der guten Umsetzung praktischer Lösungen hapert es bisweilen noch. Geld allein macht nämlich nicht kreativ: Auch das Umfeld muss stimmen.

Innovationskultur muss gefördert werden

Die Studie von Capgemini macht stutzig. "Unternehmen werden nicht innovativer", titelten die Berater - "trotz massiver Investitionen in Innovationszentren". Den Maßnahmen mangele es an Effektivität, zeigte die Befragung von 1.700 Mitarbeitern in 340 Organisationen. Zwar verfügten 87 Prozent über ein Innovationszentrum. Aber keine(r) der Befragten konnte eine konsistente Erfolgsbilanz vorweisen, die zeigt, dass Innovationen von der Idee bis zur kommerziellen oder operativen Umsetzung verfolgt werden.

An Geistesblitzen scheint es nicht zu mangeln. Als größte Hemmschuhe wurden stattdessen die eigene Unternehmenskultur und die mangelnde Kooperation mit anderen Partnern ausgemacht. Umgekehrt zeigte die Umfrage, dass innovative Unternehmen 13 Prozent häufiger an internen und externen Kooperationen mit Start-ups, Hochschulen und anderen Industriepartnern teilnehmen.

Es gilt, ein Umfeld zu schaffen, in dem es gar nicht erst zu einem Innovationsstau kommt. In dem zum einen Kreativität gefördert wird, zum anderen aber auch der Gesamtprozess der Innovation eine sinnvolle Struktur erhält. Dazu bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, von denen hier einige vorgestellt werden.

Vernetzung

Die nötige Vernetzung kann auf vielfache Weise erreicht werden. Möglich sind etwa Kooperationen mit Universitäten und Forschungseinrichtungen. Sie haben zudem den Charme, dass frühzeitig Kontakte zu Studierenden geknüpft werden, die später möglicherweise ihren Weg ins Unternehmen finden. Zusammenschlüsse zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups helfen neben dem fachlichen Austausch dabei, sich der jeweils anderen Unternehmenskultur anzunähern.

Ein unkonventioneller, aber vielversprechender Weg wurde in Minden beschritten. Hier gründete sich ein Förderverein mit Mitgliedern aus Wirtschaft, Politik und Forschung, der jungen Unternehmen Zugang zu Wissenschaft, Forschung und Berufsbildung verschaffen soll. Der Verein stellt unter anderem Kooperationen her, will ein Netzwerk aufbauen sowie finanzielle und sachliche Mittel einwerben. Zwar richtet er sich vornehmlich an Start-ups, aber ähnliche Modelle sind auch unter anderen Voraussetzungen denkbar.

Innovationswettbewerbe

Innovationswettbewerbe bieten die Möglichkeit, schnell frische Ideen zu einem bestimmten Thema zu sammeln - auch außerhalb des Unternehmens. Wichtig ist dabei vor allem ein gut durchdachtes und rechtlich einwandfreies Reglement. Fragen, wem die Wettbewerbsbeiträge am Ende gehören oder wer sie wie verwerten darf, sollten im Vorfeld eindeutig beantwortet sein.

Das Unternehmen Lead Innovation plädiert für interne Innovation Contests nach einem Vier-Stufen-Programm: Zunächst sollte der Arbeitgeber das Thema, das Ziel, die Zielgruppe und den Zeitplan an die Mitarbeiter kommunizieren. Die Mitarbeiter entwickeln dann ihre Ideen in Team-Workshops. Mentoren begleiten sie bei der Aufbereitung der Konzepte samt Businessplänen. Bei der Präsentation, dem sogenannten Pitch, stellen sie diese schließlich vor. Das Management oder ein anderes Gremium küren dann den Siegerentwurf.

Design Thinking

Ein anderer Ansatz zur Förderung von Innovationen ist Design Thinking. "In Anlehnung an agile Entwicklungsmethoden gibt es hierbei ein iteratives Vorgehen, indem die Nutzer und/oder Kunden möglichst frühzeitig integriert werden sollten", erklärt die Beratung Skope. Das Problem werde dabei nicht von der Seite der technischen Lösbarkeit angegangen. Stattdessen stünden Nutzerwünsche und -bedürfnisse sowie nutzerorientiertes Erfinden im Zentrum des Prozesses. "Ein Workshop ist dabei zu Beginn die effizienteste Lösung, um sich an das Methodenset zu gewöhnen und in erster Instanz die Handlungsfelder zu bestimmen", ergänzt Ulrich Künzel in der Computerwoche.

Innovationsräume

Darüber hinaus hat sich mittlerweile ein ganzes Arsenal an Methoden etabliert, die Innovationsprozesse temporär in eine eigene Gruppe auslagern. Inkubatoren und Acceleratoren sorgen dafür, dass Start-ups vor allem in der turbulenten Anfangsphase ein Umfeld vorfinden, in dem ihnen Sorgen abgenommen werden und sie sich auf die Entwicklung ihrer Geschäftsidee konzentrieren können. Vor allem Großunternehmen haben das Konzept mittlerweile übernommen und versuchen, auf diese Weise eigene Ideen großzuziehen. In eine ähnliche Richtung zielen sogenannte Innovation Labs. In der Praxis kommt es mitunter noch zu Problemen, wenn es darum geht, die Innovationen später schließlich (wieder) in das Unternehmen zu integrieren.

Politische Unterstützung

Auch die Politik schmückt sich gerne mit dem Begriff Innovationsförderung. Etwa, indem sie sich von den Konzepten aus Forschung und Wirtschaft inspirieren lässt: Baden-Württemberg etwa hat sogenannte Pop-up-Labore ins Leben gerufen. In den Werkstätten auf Zeit können kleine und mittlere Unternehmen neue Technologien und Innovationsmethoden ausprobieren.

Die Süddeutsche berichtete im April 2017 zudem über einen "Milliardenplan" der Bundesregierung, der Deutschland innovativer machen soll. Geplant waren unter anderem mehr Geld für Gründerfonds, Steuererleichterungen für Forschungsausgaben sowie neue Denkfabriken. Der Löwenanteil des Geldes sollte vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen zugutekommen. Inwieweit die Pläne von einer neuen Regierung weiterverfolgt werden, bleibt abzuwarten.

Fazit

Die Beispiele zeigen Mittel und Wege, Innovationen in Unternehmen zu fördern. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht immer so aussieht: Personaler spielen dabei eine Hauptrolle. Sie sind mit dafür verantwortlich, dass Innovationen gefördert werden, die Beschäftigten offen für Neues sind und bleiben - und Führungskräfte mit gutem Beispiel vorangehen. Wem dieses Handwerkszeug fehlt, kann es in Schulungen oder mittels anderer Unterstützung nachholen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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