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HR-Trends 2018: Das sind die wichtigsten Entwicklungen in der Personalarbeit

Digitalisierung, Datenschutz, Fachkräftemangel und agilere Strukturen: Glaubt man den Experten, scheinen sich die wichtigsten Themen für die Personalarbeit 2018 auf den ersten Blick kaum von denen des Vorjahres zu unterscheiden. Auf den zweiten Blick schon: HR hat es mittlerweile zu einer großen Reife in diesen Feldern gebracht, die es nun zu verfeinern und auszutarieren gilt.

Digitalisierung

Der digitale Wandel umfasst alle Abteilungen und Unternehmen nahezu jeder Branche. Die Personalarbeit ist doppelt betroffen: In ihrer Querschnittsfunktion muss sie die Belegschaft fit für die Zukunft machen - und sich dabei auch selbst neu erfinden. Die Digitalisierung wird der Schwerpunkt in den Weiterbildungsprogrammen sein, prognostiziert etwa Sven Hennige, Senior Managing Director bei der Beratung Robert Half. Dabei gehe es nicht nur um den Umgang mit neuen Technologien, sondern auch darum, individuelle Entwicklungspotenziale für die Mitarbeitenden aufzudecken.

Der Bundesverband der Personalmanager (BPM) sieht in der Zunahme von digitalen Daten ein großes Potenzial für HR. Die Personalverantwortlichen bräuchten aber Mut, die neuen Möglichkeiten auszuloten. Als Beispiele werden Kooperationen mit innovativen Start-ups oder die Gewinnung von Data-Analysten für HR genannt.

Eine weitere Option sind HR-Bots, denen das Software-Unternehmen Softgarden eine große Zukunft für 2018 voraussagt. Sie sollen die Personaler nicht ersetzen, sondern unterstützen, indem sie die Talentsuche im Netz automatisieren. Die maschinellen Helfer sollen Lebensläufe auf sämtlichen Kanälen nach bestimmten Kriterien durchsuchen und dabei eine Vorauswahl für die Entscheider aus Fleisch und Blut treffen.

Datenschutz

Beim Thema Datenschutz steht vor allem ein Datum im Vordergrund: der 25. Mai 2018. An diesem Tag tritt die EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft. Sie regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten neu, Verstöße können mit teils hohen Strafen geahndet werden. Simon Gravel, CEO von freelance.de, geht im Gespräch mit cio.de von einem wachsenden Bedarf an Datenschutzprofis aus, da die Anwendbarkeit der EU-DSGVO noch "für einige Furore sorgen" werde. Nicht zuletzt, wenn sich ein weiterer Trend durchsetzt, den viele Experten schon seit geraumer Zeit voraussagen: People Analytics, die Analyse von Daten aus dem Personalwesen in Verbindung mit anderen Unternehmensdaten.

Fachkräftemangel

In manchen Branchen drückt der Schuh mehr, in anderen weniger. Insgesamt fällt es vielen Unternehmen aber aufgrund der Digitalisierung und des demografischen Wandels immer schwerer, qualifizierte Mitarbeiter zu finden und zu binden. Das ist nichts Neues, doch zeigt der HR-Report 2018 von Hays und dem Institut für Beschäftigung und Employability (IBE), wie groß die Herausforderung für HR ist: sehr, sehr groß. In der Befragung mit mehr als 1.000 Teilnehmern landete es auf der Liste der Top-HR-Themen für 2018 ganz oben.

Eine gute Strategie könnte sein, den Wünschen der Belegschaft stärker entgegenzukommen. Welche das sind, zeigt eine repräsentative Studie von Studie, für die 2.944 Menschen befragt wurden. Die Voraussetzungen jedenfalls scheinen gut zu sein: 44 Prozent gaben an, dass sie noch persönliches Steigerungspotenzial im eigenen Job hätten. Von den Befragten, die sich für 2018 beruflich etwas vorgenommen haben, sagten 44 Prozent, dass sie mehr Projektverantwortung übernehmen möchten. 28 Prozent zeigten sich sogar bereit, privat zurückzustecken, um die eigene Karriere voranzutreiben. Die Ergebnisse sind "eine gute Ausgangsposition für Arbeitgeber", glaubt Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed Deutschland: Sie könnten ihren Mitarbeitern genau diese Karriereperspektive bieten und ihnen Möglichkeiten zur beruflichen Entfaltung einräumen.

Agile Strukturen

Die GfK Switzerland hat 560 HR-Profis befragt, in welche Themen ihre Organisation 2018 und 2019 wie viel Zeit, Finanzen und Aufmerksamkeit stecken will. Das Ergebnis sagt viel aus: An der Spitze steht kein IT-Thema, sondern die Führungskräfteentwicklung. Auf dem vierten Rang landete die Unternehmenskultur. Auch ist es kein Zufall, dass Hays und das IBE den Schwerpunkt in ihrem HR-Report 2018 auf agile Organisationen gelegt haben. Beides hängt zusammen: "Die mit Abstand wichtigste Anforderung an Führungskräfte in der agilen Organisation ist es, die Eigenverantwortung ihrer Mitarbeiter zu fördern", heißt es in dem Report. Mitunter müssen sie das erst lernen. Als Stolpersteine erweisen sich der Befragung zufolge oftmals mangelnde Kommunikation, das "Loslassen" der Mitarbeiter sowie die Wahl des richtigen Führungsstils.

Fazit

Personaler dürften auch 2018 alle Hände voll zu tun haben, so viel steht fest. Auch wenn manche Trends alte Gewohnheiten bedrohen oder Unsicherheit auslösen: In den meisten von ihnen stecken Chancen für HR. Das strategische Know-how der Personaler ist gefragt, und mit guten Antworten auf die Herausforderungen der Zeit können sie ihren Stellenwert innerhalb wie außerhalb des Unternehmens steigern. Die Gelegenheit ist günstig, wenn man einer weiteren Prognose von Sven Hennige Glauben schenkt. Er erwartet, dass Unternehmen 2018 beginnen, die Budgets und personellen Ressourcen für die Personalabteilungen aufzustocken: "Mit Blick auf den Rekrutierungsprozess wird die Hauptaufgabe der HR-Abteilung darin liegen, die Einstellungsdauern zu verkürzen und effiziente Mitarbeiterbindungsmaßnahmen umzusetzen."

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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