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Beeinflusst "Google for Jobs" den Recruiting-Erfolg?

Im Juni 2017 startete Google in den USA sein neues Angebot "Google for Jobs". Der Konzern verspricht damit, Arbeitgeber und Jobsuchende schneller miteinander in Kontakt zu bringen, indem er Stellenanzeigen aus verschiedensten Quellen übersichtlich in der Google-Suche listet. Noch ist der Deutschland-Start nicht angekündigt, doch dürfte er großen Einfluss auf das hiesige Recruiting haben.

Großer Nutzerkomfort

In der Personalszene hatte das neue Angebot zunächst für viel Aufsehen gesorgt. Google ist nur Vermittler, der Anzeigen von verschiedenen Partnern wie LinkedIn, Monster oder Facebook bezieht und letztlich auf ihre Seiten verweist. Damit ist theoretisch sowohl ihnen als auch den Jobsuchenden geholfen. Diese sind die Google-Suche auch von anderen Lebensbereichen gewohnt und erhalten übersichtlich Jobangebote aus ihrer Nähe, die sie nach vielfältigen Kriterien filtern können. Dank "intelligenter" Algorithmen sollen auch semantisch verwandte Berufsbilder angezeigt werden, da es in vielen Branchen keine 100-prozentig einheitlichen Jobbezeichnungen gibt.

Zu den Filtermöglichkeiten zählen beispielsweise die Pendelzeit zur Arbeitsstätte oder die Höhe des Gehalts. Auch Bewertungen des Arbeitgebers werden angezeigt. Zudem hat Google bereits angekündigt, das Tool weiter zu verbessern. Umgesetzt wurde unter anderem schon eine auf verschiedene Quellen gestützte Gehaltsangabe, sofern diese Information in der Ausschreibung fehlt. Laut Google ist das in den USA bei mehr als 85 Prozent der Anzeigen der Fall.

Ob und wann Google for Jobs in Deutschland startet, ist noch nicht bekannt. Google weitete das Angebot aber unlängst auf mehrere südamerikanische und afrikanische Länder aus und wird sich dem lukrativen deutschen Markt wohl kaum langfristig verschließen.

Erfolgreich in Amerika

Der Start in den USA jedenfalls verlief erfolgreich: Schon im November 2017 berichtete Google von einer Steigerung von 60 Prozent bei den Arbeitgebern, die ihre Jobs listen lassen. Zahlreiche IT- und Personalexperten sprechen im Zusammenhang mit Google for Jobs von einer potenziellen Revolution, die das Recruiting stark verändern könnte. Das hat mehrere Gründe.

So werden die Jobergebnisse oberhalb der Suchergebnisse angezeigt. Jobbörsen oder Unternehmen, die bisher viel Geld in Suchmaschinenoptimierung gesteckt haben, um möglichst weit oben in der Liste zu landen, könnten damit einen Nachteil erleiden, heißt es bei careerplus.ch. Sie könnten zum einen eventuell in eine stärkere Konkurrenz mit den Wettbewerbern gedrängt werden, um weiterhin bestmögliche Platzierungen zu erreichen. Zum anderen könnte die Abhängigkeit von Google noch stärker werden, als sie ohnehin schon ist: Der Marktanteil der Google-Suche liegt weltweit bei über 90 Prozent.

Arbeitgeber benötigen frühzeitig Strategie

Für Arbeitgeber steht vor allem der Recruiting-Erfolg im Vordergrund. Der könnte sich dadurch vergrößern, dass ihre Anzeigen potenziell von mehr Jobsuchenden gelesen werden. Zudem können sie unter Umständen Kosten sparen, wenn sie ihre Ausschreibungen bisher parallel über verschiedene Jobbörsen ausgespielt haben. Google for Jobs soll Dopplungen erkennen und bei der Suche jedes relevante Ergebnis nur einmal anzeigen, auch wenn es in verschiedenen Quellen gelistet ist.

Eine entscheidende Frage, die Alexander Fedossov von der Digitalagentur Wollmilchsau aufwirft und beantwortet, wird für Unternehmen jedoch sein, wie sie es erreichen, dass ihr Angebot in dem Jobkasten oberhalb der organischen, der "normalen" Suchergebnisse angezeigt wird. Voraussetzung dafür ist, dass die Anzeigen bestimmte standardisierte Informationen enthalten.

Die Digitalagentur Madsack Market Solutions hat einige deutsche Jobbörsen daraufhin untersucht, ob sie den Standard fehlerfrei integriert haben. Seinerzeit, im Juni 2017, waren einige von ihnen bereits mit dabei, andere mit Abstrichen, wieder andere noch gar nicht. Arbeitgeber sollten daher zum einen ihre Stellenanzeigen auf den eigenen Unternehmens- und Karriereseiten einer kritischen Prüfung unterziehen, zum anderen das Gespräch mit den Jobbörsen, mit denen sie zusammenarbeiten, suchen. Wer die Zeit verschenkt und erst handelt, wenn Google for Jobs tatsächlich in Deutschland startet, läuft ansonsten Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten.

Auch Facebook mischt schon mit

Unter dem Strich ist zu vermuten, dass Google for Jobs den Recruiting-Erfolg positiv beeinflussen kann. Menschen gehen oftmals den Weg des geringsten Widerstands, und bereits heute nehmen die meisten Jobsuchen Studien zufolge auf Google ihren Anfang. Mit den komfortablen und individuell zugeschnittenen Suchergebnissen dürfte sich dies noch verstärken. Ein weiteres potenzielles Schwergewicht beim künftigen Recruiting sollte aber auch nicht außer Acht gelassen werden. Facebook Jobs, die Jobbörse des sozialen Netzwerks, ist sogar schon einen Schritt weiter: Das Angebot startete in Deutschland am 24. Mai 2018. Laut dem Branchenportal t3n.de richtet es sich vor allem an kleinere und mittelständische Unternehmen, die nach Vollzeit-, Teilzeit- oder Aushilfskräften suchen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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