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Big Data steigert die Nachfrage nach IT-Freelancern

Mit zunehmender Digitalisierung und dem bestehenden Fachkräftemangel wird schon jetzt und in Zukunft ein wachsender Anteil des Projektvolumens von IT-Freelancern bestritten. IT-Trendthemen wie Big Data sorgen dafür, dass die Nachfrage nach diesen weiter ansteigt

Eines der absoluten Trendthemen in Zeiten des digitalen Wandels ist Big Data - das schnelle Sammeln und Verarbeiten zahlreicher Informationen. Und genau das bildet das Fundament etlicher Technologien und digitaler Innovationen wie Machine Learning, Künstliche Intelligenz und Industrie 4.0. Allesamt Themen, die im Kern auf Daten als Hartwährung der Zukunft basieren. Deutschen Unternehmen wird in den Medien im Allgemeinen gern vorgeworfen, die Digitalisierung zu verschlafen. Die Ergebnisse des aktuellen Etengo-Freelancer-Index (EFX) zeigen die deutsche Wirtschaft jedoch in einem ganz anderen Licht: In nahezu jedem Unternehmen ist Big Data als erster Schritt in die Digitalisierung schon ein Thema, viele Unternehmen arbeiten bereits an entsprechenden Projekten. Daher sind hochqualifizierte IT-Fachkräfte gefragter denn je - besonders auch als Freelancer. Denn aufgrund der wechselhaften Anforderungen, die durch die Umsetzung diverser Projekte aufkommen, müssen Personaler oder Fachbereiche das benötigte Fachwissen mittlerweile wesentlich flexibler ins Unternehmen bringen.

Die Nachfrage nach IT-Freelancern für Big-Data- Projekte wird in Zukunft gleichbleiben oder weiter ansteigen.

Fakt: Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen (58 Prozent) haben bereits ein oder mehrere Big-Data-Projekte umgesetzt. Die anderen sind zum größten Teil aktuell mit der Umsetzung eines solchen Projekts beschäftigt oder befinden sich derzeit in der Planungsphase (29 Prozent). Das gilt keineswegs nur für die Big Player, sondern zeigt sich ähnlich stark ausgeprägt bei allen befragten Unternehmen. Insgesamt sagen nur 10 Prozent der befragten IT-Entscheider, dass Big Data für sie kein Thema ist oder sich ihr Unternehmen noch gar nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt hat.

Auch zukünftig setzen deutsche Unternehmen für die Umsetzung von Big-Data-Projekten auf die Unterstützung von IT-Freelancern und so erwarten neun von zehn Unternehmen, dass sich die Nachfrage nach IT-Freelancern für Big-Data-Projekte gleichbleibend oder positiv entwickeln wird (93 Prozent). Vor allem die Großunternehmen ab 2000 Mitarbeiter erwarten in Zukunft eine steigende Nachfrage (45 Prozent) freiberuflicher Unterstützung im Bereich IT. Dies gilt auch für den Handel, der mithilfe von Big Data noch schneller und unkomplizierter auf Kundenwünsche eingehen könnte (42 Prozent erwarten eine Steigerung).

Transfer: Big Data ist für viele Unternehmen aktuell der erste große Schritt in Richtung Digitalisierung. Viele haben sich dieser Entwicklung nur zögerlich geöffnet, oft mussten in langwierigen Prozessen zunächst die internen Voraussetzungen und Möglichkeiten geschaffen werden, um Digitalisierungsprojekte starten zu können. Wenn man im Anschluss an einen eher verhaltenen Start in die eigene Digitalisierung eine enorme Steigerung entsprechender Projekte annimmt, kann man in den nächsten Monaten mit einer weiterhin wachsenden Nachfrage nach erfahrenen IT-Freelancern und IT-Fachkräften rechnen. Demgegenüber stehen laut MINT-Frühjahrsbericht 2018 des Instituts der deutschen Wirtschaft schon heute fast eine halbe Million offene Stellen im Bereich IT, die nicht besetzt werden können, und eine nur langsam steigende Anzahl von qualifizierten Fachkräften im Bereich IT. Bereits in den letzten vier Jahren hat sich der Bedarf an IT-Fachkräften schon mehr als verdoppelt. Auch wenn man die Entwicklung nur vorsichtig positiv schätzt, ist eine weitere und damit zunehmend schmerzhafte Verschärfung des Fachkräftemangels ganz klar absehbar.

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung hat keine negativen Auswirkungen auf Big-Data-Projekte.

Fakt: Am 25. Mai 2018 trat europaweit die neue einheitliche Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) mit strengeren Richtlinien zur Speicherung und Verarbeitung personenbezogener Daten sowie erheblich erhöhten Bußgeldern bei Verstößen in Kraft. Die starke Einschränkung der Daten, die von Privatpersonen nur noch mit ausdrücklicher Erlaubnis gespeichert werden dürfen, steht zunächst im Widerspruch zu den komplexen Datenmengen, die für Big-Data-Projekte gesammelt und verarbeitet werden. Überraschend ist, dass dennoch nur ein Drittel der Unternehmen davon ausgeht, dass die Möglichkeiten, die Big Data bietet, durch diese rechtlichen Änderungen eingeschränkt (31 Prozent) oder sie im Vergleich zu Ländern außerhalb der EU benachteiligt würden (34 Prozent). Sechs von zehn Unternehmen erwarten sogar, dass die Umsetzung von Big-Data-Projekten durch die Vereinheitlichung des Rechts erleichtert wird (57 Prozent). Allerdings erwartet gleichzeitig fast die Hälfte der Unternehmen, dass die Umsetzung der Projekte damit auch aufwendiger werden wird.

Transfer: Die schon seit Jahren schwierige Suche nach den passenden ITExperten hat sich mit aufkommender EU-DSGVO noch weiter verschärft, da Unternehmen nun einerseits ganz gezielt nach Datenschutzexperten suchen und andererseits nach IT-Experten mit Erfahrung in datenschutzkonformer Umsetzung von Big-Data-Projekten. In beiden Fällen ist die nötige Expertise aktuell schwer zu finden, auch aufgrund der Neuheit und Komplexität der Datenschutz-Grundverordnung.

Fast ein Viertel aller Arbeitsstunden in IT-Projekten werden von IT-Freelancern geleistet.

Fakt: Rechnet man die Arbeitsstunden von IT-Freelancern auf das gesamte IT-Projektvolumen um, dann entfallen aktuell ganze 23 Prozent aller geleisteten Stunden auf die Freelancer. Laut der EFX-Studie planen die Unternehmen IT-Freelancer in den nächsten sechs Monaten sogar noch stärker für ihre IT-Projekte ein. Dies gilt über alle Branchen und Unternehmensgrößen hinweg, ist aber besonders stark ausgeprägt bei den Großunternehmen mit 2000 und mehr Mitarbeitern sowie bei Unternehmen aus dem Industriesektor - hier wird der Anteil am Projektvolumen auf zukünftig 29 beziehungsweise 30 Prozent geschätzt.

Transfer: Hier zeigt sich besonders deutlich, dass in der deutschen Wirtschaft bereits ein Umdenken in Bezug auf selbstständige Wissensarbeiter in der IT stattgefunden hat beziehungsweise stattfinden musste. IT-Fachkräfte sind in Zeiten des digitalen Wandels gefragter denn je, die bestqualifizierten IT-Spezialisten mit den gefragtesten Skills sind infolgedessen besonders rar. Speziell im Bereich IT ist der freiberufliche Projekteinsatz in den meisten Fällen das Einsatzmodell der Wahl für Spezialisten. Darüber hinaus führt eine zunehmende Agilität der Unternehmen auch vermehrt zu projektbasierter Arbeit. Das wiederum hat zur Folge, dass auch das notwendige Fachwissen verstärkt projektbezogen ins Unternehmen geholt werden muss. Es zeigt sich deutlich: IT-Freelancer sind aus der deutschen Wirtschaft nicht mehr wegzudenken.

Die Studie

Der Etengo-Freelancer-Index (EFX) misst Bedeutung und Einsatz freiberuflicher IT-Spezialisten, um langfristig einen verlässlichen Gradmesser zur Entwicklung der Nachfrage nach IT-Freelancern in Deutschland zu schaffen. Dazu werden von Bitkom Research halbjährlich repräsentative Unternehmensbefragungen durchgeführt, die Stichproben bestehen aus 300 IT-Vorständen, CIOs sowie IT-Abteilungsleitern von Unternehmen ab 500 Mitarbeitern in Deutschland.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Nikolaus Reuter, Chief Executive Officer, Etengo (Deutschland) AG, Mannheim.

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