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Internet der Dinge: Diese aktuellen Trends sollten Sie kennen

Vernetzung, der Name steckt schon im Begriff Internet. Während sich zunächst die Möglichkeit bot, Menschen global miteinander in Verbindung zu bringen, kommen nun auch die Geräte an die Reihe: Das Internet der Dinge ist ein Wachstumsmarkt mit riesigem Potenzial, dem sich Unternehmen kaum entziehen können und sollten. Die Technologie ist auf der Schwelle zum endgültigen Durchbruch.

Mitten im Zeitenwandel

Der Kühlschrank, der automatisch Milch nachbestellt, wenn die letzte Packung herausgenommen wird, ist mittlerweile zum Klischee geworden. Er verniedlicht zudem, was mit dem Internet der Dinge (auch: Internet of Things, IoT) möglich ist oder sein wird. Etwas sarkastisch beschrieb die FAZ 2015 den Begriff so, dass alles mit allem kommuniziert, bloß ohne Menschen. Dem ist nicht so, denn letztlich soll die Technologie natürlich den Anwendern helfen. Die Rede ist vielmehr von einer Vielzahl miteinander vernetzter Geräte. Studien gehen im laufenden Jahr von weltweit bis zu mehr als 20 Milliarden aus, für das Jahr 2022 werden mehr als 50 Milliarden Geräte prognostiziert. Die Zahlen scheinen etwas hoch gegriffen, aber die Tendenz ist eindeutig.

Damit eröffnen sich für Unternehmen Chancen, neue Wachstumsfelder zu erschließen und/oder die bestehenden auszubauen beziehungsweise zu optimieren. Zu den Bereichen, in denen das Internet der Dinge vermutlich am ehesten für fundamentale Veränderungen sorgen wird, zählen die Automobil- und die Fertigungsindustrie. Hier werden beispielsweise schon Erfahrungen mit dem Bestandsmanagement oder der vorausschauenden Wartung gesammelt: Meldet eine mit Sensoren ausgestattete Komponente Verschleiß, kann sie ersetzt oder gewartet werden, bevor der Schaden und damit die Kosten größer werden. In der Medizintechnik werden große Hoffnungen auf Wearables gesetzt - also Kleidungsstücke, die unter anderem Gesundheitsdaten des Trägers aufzeichnen und auswerten können. Verkehrsmanagement, "intelligente" Stromzähler oder eine effizientere Energieversorgung sind weitere Topthemen des Internets der Dinge.

Personalmangel, Cybersecurity und Edge Computing

Allein, über vieles davon wird schon lange gesprochen: Der selbstauffüllende Kühlschrank war bereits 2008 Thema von Wissenschaftlern. Umso spannender sind der aktuelle Stand der Dinge und Trends, die sich für die nächsten Monate abzeichnen. Einer der wichtigsten für Personalabteilungen hat gar nicht direkt mit neuer Technik zu tun, sondern mit den Menschen: "Fachkräfte bleiben Mangelware", heißt es in der Studie IT-Trends 2018 von Capgemini. Experten für das IoT werden händeringend gesucht, lediglich bei der Datenanalyse und mobilen Technologien ist die Not der Beratung zufolge noch größer. Als Hauptgrund wird genannt, dass insgesamt zu wenig Fachkräfte am Markt verfügbar sind, gefolgt von nicht ausreichend attraktiven Rahmenbedingungen im Unternehmen. Es wird empfohlen, interdisziplinäre Teams zu etablieren, was eine grundlegende Reorganisation erfordere: "Die althergebrachten Abteilungsgrenzen fallen und jeder Mitarbeiter steuert seine Expertise zur Lösung des Problems bei." Langfristig werde sich das gesamte Unternehmen in diese Richtung ändern müssen. Wie sich das Internet der Dinge weiter auf die Personalarbeit auswirken kann, ist hier nachzulesen.

Ein starkes Augenmerk sollte zudem auf die IT-Sicherheit gelegt werden. Das ist für Unternehmen nichts Neues, doch mit dem Internet der Dinge ändern sich einige Parameter grundlegend: So können beispielsweise Geräte oder Maschinen, die online Daten austauschen, auch zu weiteren Einfallstoren für Schadsoftware oder Manipulationen werden. "IoT-Security wird zum Wachstumsmarkt", berichtet aktuell die Telekom. "Unternehmen haben oft keine direkte Kontrolle über die Art der Hardware und Software, die sie für das Internet der Dinge und digitale Geschäftsmodelle einsetzen", umreißt Daniel Kunz vom T-Systems ein weiteres Problem, auf das die Marktforscher von Gartner in einer Studie aufmerksam machen. Sie bezögen die meisten Produkte und Services für das Internet of Things über Drittanbieter. Folglich müssten sie "erhebliche Kosten für Cybersecurity und Sicherheitsdienste einplanen". Zahlreiche Unternehmen hätten zudem keine konsistente Security-Strategie.

Das Sicherheitsthema wird auch 2019 hoch im Kurs stehen, prognostiziert Analyst Daniel Newman auf forbes.com. Zudem sieht er, wie zahlreiche andere Experten auch, das sogenannte Edge Computing im Kommen. Es "bildet das Gegenstück zum Cloud Computing und bezeichnet die dezentrale Verarbeitung von Daten am Rande eines Netzwerks", erklärt die QSC AG. Als Beispiel wird die direkte Analyse von Daten direkt am Sensor, also in den Geräten, genannt. Das hat zum einen Vorteile bezüglich des Datenschutzes, weil sensible Daten unter Umständen gar nicht erst in die zentrale Cloud gelangen. Zum anderen bleiben in dieser mehr Kapazitäten für andere Prozesse. Voraussetzung ist allerdings, dass beide Konzepte aufeinander abgestimmt sind und reibungslos zusammenarbeiten.

Was kommt noch?

Geht der Blick noch weiter in die Zukunft, sieht man bereits erste Anzeichen von 5G. Der neue, leistungsfähigere und schnellere Mobilfunkstandard, der in den nächsten Jahren - voraussichtlich 2020 - eingeführt wird, gilt als Basis für die flächendeckende Verbreitung von IoT-Services. Mit der Zahl der angeschlossenen Geräte steigt auch das Datenvolumen immens an, und 5G soll die passende Infrastruktur dafür bieten. Es kann Unternehmen nicht schaden, die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen und, falls nötig, daraus Schlüsse für die eigene Geschäftsstrategie zu ziehen. 5G wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eine weitere Schlüsseltechnologie der Digitalisierung.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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