HR Fachartikel

Sie wollen fachlich in die Tiefe gehen und das möglichst mit geringem Aufwand? Dann nutzen Sie unser für Sie zusammengestelltes HR Magazin. Hier finden Sie mit nur einem Klick Fachartikel zu allen HR relevanten Themen wie Lohn & Gehalt, Talent Management, Employer Branding und vielen mehr. 

 

« Zurück

Fachkräfteeinwanderungsgesetz: Was sich für Arbeitgeber ändert

Der Gesetzentwurf soll die Einwanderung von Fachkräften bedarfsgerecht steuern und klare Regelungen schaffen. Doch ein Punkt des Entwurfs stößt auf Kritik. Die Einzelheiten.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland läuft gut. Seit der Wiedervereinigung sind die Arbeitslosenzahlen niedrig wie nie. Diese positive Tatsache stellt aber gleichzeitig Unternehmen vor neue Herausforderungen. In manchen Regionen oder für bestimmte Berufsgruppen finden sich immer weniger qualifizierte Fachkräfte. Damit Deutschland als Wirtschaftsstandort weiterhin attraktive bleibt, gibt es seitens der Bundesregierung ein Fachkräftekonzept. Zwar liegt der Fokus des Konzeptes auch auf inländischen und europäischen Fachkräftepotenzialen. Aber es soll zudem die Fachkräftezuwanderung aus sogenannten Drittstaaten regeln.

Fachkräfteeinwanderungsgesetz im Überblick

Der rechtliche Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes legt zukünftig fest, wer zu Arbeits- und Ausbildungszwecken nach Deutschland kommen darf und wer nicht. Das Gesetz definiert einen einheitlichen Fachkräftebegriff. Demnach gelten als Fachkräfte sowohl Hochschulabsolventen als auch Beschäftigte mit einer qualifizierten Berufsausbildung. Wer als Fachkraft einen Arbeitsvertrag vorweisen kann, darf künftig ohne Vorrangprüfung einreisen. Was die Jobsuche in Deutschland betrifft, gelten für Fachkräfte mit Berufsausbildung in Zukunft die gleichen Regelungen wie für Hochschulabsolventen. Sie erhalten zwecks Arbeitsplatzsuche einen befristeten Aufenthalt von sechs Monaten. Weitere Voraussetzungen dabei sind: Die Fachkraft verfügt über deutsche Sprachkenntnisse, die der angestrebten Tätigkeit entsprechen, und sie kann ihren Lebensunterhalt während der Suche selbstständig sichern. Diese Regelung wird vorerst auf fünf Jahre befristet.

Darüber hinaus soll die bereits bestehende Möglichkeit, in Deutschland anerkannte Abschlüsse mit Qualifizierungsmaßnahmen auf Basis ausländischer Qualifikationen zu erwerben, stärker genutzt werden. Auch eine Ausweitung des Anerkennungszuschusses ist geplant. Der zunehmenden Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen möchte die Bundesregierung damit begegnen, indem sie Möglichkeiten zur Suche eines Ausbildungsplatzes schafft. Einheitliche und klar strukturierte Vorschriften sollen Fachkräften im Ausland ihre Chancen und Perspektiven in Deutschland aufzeigen. Die Einreise zur Erwerbsmigration wird zentral bei den Ausländerbehörden der Länder gebündelt. Dies soll für effizientere Verwaltungsverfahren sorgen.

Kritik an dem Gesetzentwurf

Für Kritik sorgt insbesondere eine Passage in dem Gesetzentwurf: die Beschäftigungsduldung. Wie die Vorschriften für in Deutschland geduldete Personen konkret aussehen, darüber herrschte bis kurz vor der Kabinettsitzung noch Unstimmigkeit. Zwar sei der Entwurf, was die Zuwanderung betreffe, weitestgehend in Ordnung, zitiert "Münchner Merkur" Andrea Lindholz (CSU), Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag. Aber die Passagen zur sogenannten Beschäftigungsduldung sehe sie skeptisch. Schärfer formuliert es der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB): "Der Entwurf für ein Gesetz zur Fachkräftezuwanderung setzt nicht einmal das um, was das entsprechende Eckpunktepapier in Aussicht gestellt hatte, nämlich einen sicheren Status für gut integrierte Geduldete in Sachen Ausbildung und Beschäftigung. Das ist kurzsichtig und integrationsfeindlich."

Fazit

Für Arbeitgeber stellt das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz eine Chance dar. Insbesondere die Tatsache, dass Fachkräfte mit qualifizierter Berufsausbildung hinsichtlich Zuwanderung Hochschulabsolventen gleichgestellt sind, lässt den potenziellen Bewerberkreis größer werden. Darüber hinaus dürften aufgrund der reduzierten Hürden zukünftig mehr Jobsuchende aus Drittstaaten auf den Arbeitsmarkt hierzulande treffen. Am 19. Dezember 2018 hat das Bundeskabinett das Fachkräftezuwanderungsgesetz beschlossen.

Weiterführende Informationen zum Thema:

Dieser Beitrag wurde erstellt von Sven Lechtleitner.

Durchschnitt (0 Stimmen)
Die durchschnittliche Bewertung ist 0.0 von max. 5 Sternen.