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Steueroptimierte Benefits: Diese Möglichkeiten haben Arbeitgeber

Geld allein macht nicht glücklich - sondern auch Gutscheine, Zuschüsse und andere Leistungen, die Arbeitgeber ihren Beschäftigten zusätzlich zum Gehalt gewähren. Nicht nur, dass sie dadurch Wertschätzung ausdrücken und ihre Mitarbeiter motivieren oder belohnen können. Oft haben die Zugaben auch steuerliche Vorteile für beide Parteien.

Benefits sind beliebt

Ob sie Employee Benefits, Corporate Benefits oder Fringe Benefits genannt werden: Über das Gehalt hinausgehende freiwillige Zusatzleistungen des Arbeitgebers sind beliebt. Nicht zuletzt, weil bei ihrer Gestaltung ein großer Spielraum besteht. Der wird zunehmend genutzt, weil sich viele Unternehmen mit Benefits im Wettbewerb um begehrte Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt von der Konkurrenz absetzen wollen.

"Durch den Druck im Personalmarkt erleben Benefits ihre Renaissance", sagt etwa Jens Lemke, Gründer der Benefits-Beratung Commodis, in einem Capital-Interview. Was inhaltlich gewünscht ist, sei so individuell wie die Unternehmenskulturen und die Belegschaft. Allerdings haben auch Arbeitgeber nichts zu verschenken. Die finanzielle Seite spielt für sie ebenfalls eine große Rolle. Ihnen stehen einige Möglichkeiten offen, steueroptimierte Benefits einzuführen.

708 Euro steuerfrei

Eines der gängigsten Instrumente ist die Gewährung von Sachbezügen, etwa in Form von Gutscheinen. Sie sind bis zu einer Freigrenze von 44 Euro im Monat lohnsteuer- und sozialabgabenfrei. "Sinnvoll ist sicherlich, die Zusatzleistungen zu wählen, die der Arbeitnehmer sonst privat finanzieren müsste", rät das Staufenbiel Institut. Dann ist zum einen der Nutzen für den Mitarbeiter besonders hoch, zum anderen werden die Lohnnebenkosten gesenkt.

"Zu persönlichen Anlässen wie Hochzeiten oder Firmenjubiläen können weitere 60 Euro dazukommen", ergänzt die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart. Diese Möglichkeit kann bis zu dreimal im Jahr genutzt werden. Auch Mitarbeiterkarten, auf die der Arbeitgeber Beträge aufladen kann, basierten in der Regel auf diesen Grundlagen: "Diese Guthaben können die Mitarbeiter flexibel nutzen, beispielsweise zum Einkaufen, Reisen oder Essen gehen." Zudem seien auch größere Anschaffungen möglich, weil die Beträge angespart werden können. Rechnet man die Vorteile zusammen, ergeben sich daraus 708 Euro, die pro Jahr und Mitarbeiter steuerfrei vergeben werden können.

Apropos Karte: Als Bonus beziehungsweise sogenannte pauschalierte Sachzuwendung sind für Mitarbeiter sogar maximal 10.000 Euro im Jahr als Auszahlung auf die Kreditkarte möglich, berichtet Dennis Meurer von Investwerk bei cio.de: "Diese muss nur einmalig mit 30 Prozent pauschal versteuert werden und es fallen geringere Sozialabgaben an." Die Gesundheit und die Motivation gleichermaßen kann unterdessen ein Dienstfahrrad fördern. Es ist im Gegensatz zu einem Dienstwagen auch zu 100 Prozent privat nutzbar, ohne dies zusätzlich versteuern zu müssen. Lediglich ein geldwerter Vorteil von einem Prozent des Neupreises fällt an.

Gesundheitsangebote mit Mehrwert

Ohnehin steht die Gesundheit bei vielen Beschäftigten mittlerweile hoch im Kurs. Gesundheitsprämien seien eine "topaktuelle Form der Zuwendung", berichtet Bonago. Als Erholungsbeihilfe beträgt die pauschale Lohnsteuer 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Der Arbeitnehmer erhalte brutto für netto. Die Betragsgrenze für diese Form der Zuwendung liegt bei 156 Euro pro Mitarbeiter im Kalenderjahr. Allerdings könne sie auf die Familienmitglieder erweitert werden: "Für den Partner sind zusätzlich bis zu 104 Euro möglich und je Kind kommen bis zu 52 Euro hinzu." Ein weiterer, nicht-monetärer Vorteil für den Arbeitgeber ist, dass er zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter und ihrer Arbeitskraft beiträgt. Allerdings muss er im Zweifel auch nachweisen können, dass der Betrag wirklich nur für Leistungen rund um Urlaub, Erholung und Freizeit eingesetzt wurde, heißt es bei Bonago. Für präventive Sportangebote im Rahmen eines Gesundheitsmanagements sind unter bestimmten Voraussetzungen sogar 500 Euro pro Jahr steuerfrei, hebt das IWW-Institut hervor.

Weiteres Optimierungspotenzial bietet die Mittagsverpflegung. "Dadurch können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern mehr als 1.400 Euro jährlich als attraktive Zusatzleistung zur Verfügung stellen", berichtet Sodexo. Unternehmen können demnach pro Arbeitstag maximal 6,40 Euro abgabenfrei zur Verpflegung der Mitarbeiter nutzen. Erfolgt dies etwa durch Restaurantschecks, handelt es sich nicht um einen geldwerten Vorteil, sondern um einen Verpflegungszuschuss.

Fahrtwege

Fahrtkostenzuschüsse sind zwar nichts Neues, aber möglicherweise ebenfalls für beide Seiten lohnenswert. Sie können pauschal mit 15 Prozent besteuert werden und dürfen den Betrag nicht überschreiten, den der Arbeitnehmer als Werbungskosten geltend machen könnte, wenn er den Zuschuss nicht erhalten würde. Der Zuschuss ist, sofern pauschal versteuert, kein sozialversicherungspflichtiges Entgelt, berichtet das Job- und Bewerbungsportal karrierebibel.de. Auf ihn werden daher keine Sozialabgaben fällig.

Seit 1. Januar 2019 sind Arbeitgeberleistungen zum Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie beispielsweise das Jobticket wieder steuerfrei. Dies gilt jedoch nur, wenn Arbeitgeber die Leistungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbringen, betont der Deutsche Steuerberaterverband (DStV). Für Arbeitgeber habe die Neuregelung den Vorteil, dass sie das Job-Ticket nicht mehr in die monatliche 44-Euro-Freigrenze einbeziehen müssen. Auch eine etwaige pauschale Besteuerung sei damit überflüssig.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Die verlinkten Informationsquellen bieten einen guten Überblick über die Möglichkeiten, die Arbeitgeber zur steueroptimierten Belohnung zur Verfügung stehen. Damit der Schuss nicht nach hinten losgeht, sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer allerdings zunächst immer prüfen, ob es sich nicht um ein Danaergeschenk handelt. So kann sich beispielsweise die steuerliche Belastung bei einem privat genutzten Dienstwagen unter Umständen zu einem Kostentreiber für den Mitarbeiter entwickeln.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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