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Fachanwalt mahnt zu Vorsicht bei Narreteien im Büro

Das diesjährige Motto des Kölner Karnevals lautet: "Mer Kölsche danze us der Reih". Oliver Flesch, Fachanwalt für Arbeitsrecht vom Berufsverband Die Führungskräfte, rät Arbeitnehmern jedoch, das nicht wörtlich zu nehmen. Andernfalls droht auch noch nach Aschermittwoch Ärger, denn Narrenfreiheit im Büro gibt es trotz der tollen Tage nicht.

"Die klassischen Karnevalstage sind ganz normale Arbeitstage und keine gesetzlichen Feiertage", erklärt Flesch. Wer trotzdem feiern will, muss Urlaub nehmen, der selbstverständlich genehmigt werden muss: Eine Selbstbeurlaubung kennt das deutsche Urlaubsrecht nicht. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Abmahnung oder sogar seiner Kündigung rechnen. Zwar gewähren einige Betriebe ihren Beschäftigten am Rosenmontag einen freien Tag. In der Regel ist das jedoch eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers.

Auf Kostüme am Arbeitsplatz - abseits der üblichen und gesellschaftlich anerkannten - gibt es keinen generellen Anspruch. Verkleidungen sollten vorher zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitern abgestimmt werden. Arbeitgeber können zudem von Beschäftigten mit Kundenkontakt erwarten, sich entsprechend branchenüblich zu kleiden: "So möchte ein Bankkunde über seine Geldanlage sicher nicht von einem Piraten oder Biene Maja beraten werden", meint der Anwalt.

Auch wenn es etwas humorlos klingt: Das Abschneiden der Krawatte eines Arbeitnehmers ist nur erlaubt, wenn dieser einverstanden ist. Es gibt Gerichtsurteile, in denen Karnevalisten dafür zur Zahlung von Schadenersatz verurteilt wurden. Ob während der Arbeitszeit Alkohol getrunken werden darf, liegt im Ermessen des Vorgesetzten.

Und wie steht es mit "Bützje"? Flesch: "Als Mann sollte man das diesjährige Karnevalsmotto von Düsseldorf (Jeck erst recht) nicht fehlinterpretieren." Die Betriebsfeier sei nicht dazu geeignet, "sich haptische Eindrücke von Beobachtungen zu verschaffen". Als sexuelle Belästigung sind nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz unter anderem alle unerwünschten sexuellen Handlungen wie Begrabschen, Bemerkungen sexuellen Inhalts, anzügliche Witze oder sexuell bestimmte körperliche Berührungen anzusehen. Sie kann eine fristlose Kündigung nach sich ziehen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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