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CEO-Fraud ist zum Massenphänomen geworden

Fünf Prozent "Erfolgsquote" mag nicht nach viel klingen, aber jeder einzelne Fall des sogenannten CEO-Frauds ist einer zu viel. Bei der Betrugsmasche werden Mitarbeiter dazu gebracht, erhebliche Geldbeträge ins Ausland zu überweisen. Einer PwC-Umfrage zufolge sind 40 Prozent aller größeren deutschen Unternehmen in den vergangenen 24 Monaten mindestens einmal Ziel einer solchen Attacke gewesen.

Damit entwickele sich der CEO-Fraud zum Massendelikt, heißt es in der repräsentativen Studie, für die 500 deutsche Unternehmen befragt wurden, weiter. Auch wenn die Kriminellen nur in fünf Prozent der Fälle an ihr Ziel kamen, ist der Schaden der Angriffsmethode groß. Im Durchschnitt werden dabei nämlich deutlich höhere Summen erbeutet als bei der typischen Cyberkriminalität.

Schutzmaßnahmen sind für viele Unternehmen schwierig umzusetzen, da der CEO-Fraud an der Schnittstelle von Cybercrime und herkömmlicher Kriminalität spiele, so PwC-Partner Steffen Salvenmoser: "Der Betrug läuft in vielen Fällen so ab, dass sich die Täter per gefälschter E-Mail als Mitglied des Topmanagements ausgeben und Mitarbeiter aus dem Finanzwesen unter Druck setzen, rasch eine größere Summe Geld anzuweisen."

Insgesamt kommt die Beratung zu dem Ergebnis, dass Cybercrime auf dem Vormarsch ist, während die klassische Wirtschaftskriminalität langsam zurückgeht. So stiegen die Fälle von Computerbetrug von 13 Prozent auf 21 Prozent. Ebenfalls häufig waren die Manipulation von Konto- und Finanzdaten sowie das Ausspähen und Abfangen von Passwörtern und anderen sensiblen Daten (jeweils 14 Prozent). Die Ergebnisse müssen aber nicht zwingend Schlechtes heißen: Die konstant gebliebene Zahl an Verdachtsfällen deutet darauf hin, dass viele Unternehmen sensibler für die Risiken geworden sind - und mehr Fälle aufgedeckt werden.

In dieses Bild passt, dass mittlerweile drei Viertel aller befragten Unternehmen über ein Compliance-Programm verfügen. Die meisten davon richten sich zwar weiterhin in erster Linie gegen Datenschutzverletzungen (89 Prozent) und Korruption (83 Prozent). Darüber hinaus werden oftmals aber auch strafbarer Insiderhandel (76 Prozent), Vermögensdelikte (74 Prozent) und Geldwäsche (65 Prozent) ins Visier genommen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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