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Digitalisierungsstudie: Mitarbeiter müssen gezielt gefördert werden

Die Digitalisierung schafft mehr Jobs, als sie zerstört. Allerdings verändert sie die Beschäftigungsstruktur stark und stellt Arbeitgeber und Arbeitnehmer damit vor große Herausforderungen. Das ist das Ergebnis einer vom Bundesbildungsministerium geförderten Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Die Autoren sehen vor allem die Politik in der Pflicht.

Für die Studie wurden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 2.032 deutsche Produktions- und Dienstleistungsbetriebe befragt. Demnach nutzt rund die Hälfte von ihnen bereits Industrie 4.0-Technologien. Der Anteil dieser Technologien an allen Arbeitsmitteln liegt zwar nur zwischen fünf und acht Prozent. Der Trend weise jedoch klar auf eine Steigerung hin.

Die Technologieinvestitionen haben die Beschäftigung zwischen 2011 und 2016 um etwa ein Prozent erhöht, fanden die Wissenschaftler heraus. Damit fällt der Gesamtbeschäftigungseffekt leicht positiv aus. Vor allem Berufe mit Routinetätigkeiten verlören durch digitale Prozesse an Bedeutung, während analytische Berufe wie die Softwareentwicklung und Programmierung sowie interaktive Berufe wie zum Beispiel Human- und Zahnmedizin deutliche Zuwächse verzeichnen könnten.

Ein Problem ist, dass sich die digitale Schere zwischen Vorreitern und Nachzüglern weiter zu öffnen droht. Zudem verursachen Investitionen in digitale Technologien eine steigende Ungleichheit mit. "In erster Linie profitieren Hochlohn-Berufe und -Sektoren in Form höherer Beschäftigungs- und Lohnzugewinne von neuen Technologien, während durchschnittlich und niedrig entlohnte Berufe und Sektoren zurückfallen", sagt Dr. Melanie Arntz vom ZEW.

Die Studienautoren sehen die eigentliche Herausforderung der Digitalisierung darin, die Arbeitskräfte gezielt auf den Arbeitsmarkt der Zukunft vorzubereiten. Daher plädieren sie für eine Förderung der Mobilität der Arbeitskräfte zwischen Berufen und Sektoren. "Mobilität reduziert Fachkräfteengpässe in wachsenden Segmenten und dämpft die sich verschlechternden Arbeitsmarktaussichten für Arbeitskräfte in schrumpfenden Berufen und Sektoren", erklärt Melanie Arntz.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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