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Permanente Erreichbarkeit verursacht Stress bei jungen Arbeitnehmern

Flexible Arbeitszeit-Modelle erlauben es Arbeitnehmern, Zeit und Ort ihrer Tätigkeit selber zu bestimmen, anstatt wie früher acht Stunden im Büro zu verbringen. Allerdings leiden besonders jüngere Beschäftigte darunter, dass infolgedessen Privatleben und Job kaum noch voneinander abzugrenzen sind.

Im Rahmen der Online-Umfrage für das aktuelle Randstad Arbeitsbarometer äußerten sich branchenübergreifend 400 deutsche Arbeitnehmer zwischen 18 und 65 Jahren. Demnach gelinge das Abschalten nach Feierabend bei 61 Prozent der Befragten unter 25 nur unzureichend - und bei allen Altersgruppen umso schlechter, je jünger die Betroffenen sind. Während lediglich 29 Prozent der über 45-jährigen Kollegen entsprechende Probleme beklagen, sind es bei den 25- bis 34-jährigen bereits 51 Prozent. Daher stelle sich die Frage, weshalb der Stressfaktor nach Dienstschluss gerade bei den jungen Beschäftigten so deutlich zu Buche schlägt.

"Junge Arbeitnehmer sind immer auf Abruf, wenn sie ihr privates Smartphone für den Job nutzen", erklären die Macher der Studie. "Sie müssen erst noch lernen, bewusst von Arbeit auf Freizeit umzuschalten. Nach Feierabend sollten sie nur so erreichbar sein, wie es im jeweiligen Unternehmen abgesprochen ist."

Tatsächlich sei es für die Generation der "Digital Natives", aufgewachsen mit Smartphone und Internet, eine Selbstverständlichkeit, praktisch 24 Stunden am Tag erreichbar zu sein - ein Verhalten, das sich auch im Arbeitsalltag fortsetze, indem der Kontakt zu Kollegen über soziale Medien aufrechterhalten wird und berufliche E-Mails jederzeit auf dem Handy gelesen werden können.

Damit erhöhe sich zugleich das Risiko für Burn-out, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen aufgrund von Dauerstress. Dennoch möchten 76 Prozent der Befragten nicht mehr auf die Vorteile der neuen flexibleren Arbeitszeitmodelle verzichten, die ihnen vor allem Freiheit und Unabhängigkeit in ihren beruflichen Tätigkeiten ermöglichen. Es komme letztlich wohl, so die Studie, in erster Linie auf die vereinbarten Rahmenbedingungen an.

"Flexibles Arbeiten kann allen Beteiligten nutzen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Unternehmen können viel dazu beitragen, undokumentierte Überstunden zu reduzieren", resümiert ein Randstat-Experte. So nehme eine "realistische Projektplanung und eine faire Arbeitszeiterfassung viel Druck von den Mitarbeitern."

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.

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