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Datenschutzexperten sind in den meisten Betrieben Mangelware

Obwohl am Thema Datenschutz längst kein Weg mehr vorbeiführt, sind entsprechende Experten in Unternehmen eher eine Ausnahme. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom hervor. Demnach haben derzeit nur 31 Prozent der Unternehmen in Deutschland eine Vollzeitstelle für den Datenschutz eingeplant. Die Anforderungen dürften 2019 jedoch weiter steigen.

Insgesamt befragte der Bitkom 502 für den Datenschutz verantwortliche Personen von Unternehmen aller Branchen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland. Anlass war nicht zuletzt die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die seit Mai 2018 verpflichtend anzuwenden ist. 59 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe steht jedoch weniger als eine Vollzeitstelle für diese Thematik zur Verfügung. Ein Hauptgrund dürfte der Fachkräftemangel sein: In einer früheren Umfrage des Bitkom im Sommer 2018 gaben 61 Prozent der Befragten an, dass die Rekrutierung von Datenschutzexperten "sehr schwierig" sei. 57 Prozent berichteten von einem "leergefegten Markt".

Immerhin vier Prozent der Unternehmen haben bis zu zwei Vollzeitäquivalente für die Aufgaben eingeplant, ein Prozent bis zu drei. Kaum verwunderlich ist, dass vor allem große Betriebe mehrere Datenschutzexperten beschäftigen. So hat jedes dritte Unternehmen ab 500 Mitarbeitern bis zu vier Vollzeitarbeitsplätze für Datenschutzbelange vorgesehen, jedes Vierte sogar vier oder mehr.

Es ist möglich, dass auch das künftig nicht mehr ausreichen wird. So soll in den kommenden Monaten die sogenannte ePrivacy-Verordnung beschlossen werden. Die Verordnung soll die DSGVO in den Bereichen Privatsphäre und elektronische Kommunikation ergänzen. Darüber hinaus verhandele die EU momentan auch die E-Evidence-Verordnung: "Damit soll der Zugriff von Strafverfolgungsbehörden auf elektronische Beweismittel erleichtert werden", berichtet der Verband weiter. Sie könnten demnach von Providern verlangen, kurzfristig elektronische Beweise herauszugeben, auch wenn diese in einem anderen Mitgliedsstaat ansässig sind.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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