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Belegschaftsaktien: Welche Modelle gibt es und wie werden sie genutzt?

Belegschaftsaktien werden zwar in vielen großen Unternehmen angeboten, kommen aber nur selten der gesamten Belegschaft zugute. Zurzeit sind sie vornehmlich ein unternehmensinternes Thema mit Schwerpunkt auf finanziellen Motiven. Dabei könnte eine stärkere Mitbestimmung Unternehmen nachhaltiger machen. Das sind Kernergebnisse einer Studie im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Die Forscher haben untersucht, welche Modelle von Belegschaftsaktien in deutschen börsennotierten Unternehmen existieren, und wie diese in der Praxis genutzt werden. Von den 160 Unternehmen, die in den vier deutschen Börsenindizes notiert sind, bieten aktuell 112 eine Form von Belegschaftsaktien an. Am weitesten verbreitet sind sie im TecDax.

Monetäre Gründe sind entscheidend

Als Gründe für ihre Einführung wurden monetäre Gründe am häufigsten genannt. Konkret stellen Belegschaftsaktien in 36 Unternehmen einen Teil der variablen Vergütung dar. In 35 Fällen sollen sie die Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens beteiligen. Ebenfalls häufig genannt wurden die Steigerung der Mitarbeiterbindung, der Motivation, des unternehmerischen Denkens oder der Identifikation mit dem Unternehmen.

Modelle von Belegschaftsaktien

"Ein Blick auf die Modelle und Zielgruppen von Belegschaftsaktien offenbart große Unterschiede", heißt es in der Studie weiter. Es existierten beispielsweise "eher traditionelle, großzügige Programme", die etwa Gratisaktien oder Preisnachlässe vorsähen. Daneben gebe es Ansätze, bei denen es häufig lediglich darum gehe, den jährlichen Steuerfreibetrag von 360 Euro pro Mitarbeiter auszuschöpfen. Auch Programme, die sich speziell an privilegierte Gruppen innerhalb der Belegschaft richten, sind häufig.

Belegschaftsaktionen kommen vor allem dem oberen Management zugute

"Belegschaftsaktien-Programme werden oft vor allem für Führungskräfte beziehungsweise die Vertreter des oberen Managements hin konzipiert", konstatieren die Forscher. Dabei hätten sie das Potenzial, die unternehmerische Mitbestimmung zu ergänzen. Dafür müssten sie aber weiter verbreitet und "demokratischer" zugänglich sein. Allerdings trügen Arbeitnehmer damit auch ein doppeltes Risiko, wenn das Unternehmen in eine Krise gerät: zusätzlich zum Verlust des Arbeitsplatzes drohe dann auch noch der Wertverlust der Aktien.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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