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Flexiblere Arbeitszeitmodelle für junge Familien nötig

Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, ist besonders für junge Mütter und Väter eine Herausforderung. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) hat untersucht, wie Müttererwerbstätigkeit gefördert und gleichzeitig Zeit für Familie ermöglicht werden kann. Die Autoren empfehlen ein Zweiverdienermodell, das sowohl Flexibilität in puncto Arbeitszeit als auch Arbeitsaufteilung bietet.

Mütter arbeiten häufig langfristig und oft ungewollt in Teilzeit, heißt es in dem Policy Brief des BiB. Dadurch sind sie ökonomisch abhängig vom Partner und haben ein erhöhtes Risiko, von Altersarmut betroffen zu sein. Zudem bleiben viele Beschäftigungspotenziale volkswirtschaftlich ungenutzt. Die Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 hat diesbezüglich bereits positiv gewirkt: Mütter kehren heute häufiger schon im zweiten Lebensjahr des Kindes in den Beruf zurück. Die Erwerbsarbeitszeit aller Mütter mit minderjährigen Kindern ist seit 2006 um mehr als ein Fünftel angestiegen.

Die meisten Frauen wünschten sich in der Phase mit Kleinkindern, in Teilzeit zu arbeiten, heißt es in dem Bericht weiter. Die Fürsorge nehme zwar viel Zeit in Anspruch, doch reduziere sich diese mit zunehmendem Alter der Kinder.

Lebensarbeitszeitkonten und das Recht auf flexible Anpassung der Arbeitsstunden

Die Autoren leiten aus diesen Erkenntnissen ein flexibles Modell ab, das beiden Partnern sowohl die berufliche Verwirklichung als auch die Fürsorge für die Kinder ermöglicht. Kernpunkte sind eine variable Arbeitszeit im Lebensverlauf sowie eine unterschiedliche Aufteilung der Arbeitszeit mit der Gewährleistung der ökonomischen Unabhängigkeit beider Partner. Erreicht werden könnte dies unter anderem durch Lebensarbeitszeitkonten und das Recht auf flexible Anpassung der Arbeitsstunden.

Auch Politik und Wirtschaft werden in die Pflicht genommen: Sie sollten verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, etwa eine gute und flexible Infrastruktur für Kinderbetreuung mit einheitlichen Qualitätsstandards und bedürfnisorientierten Angeboten. Zudem sollte im Zusammenhang mit steuerlichen Erleichterungen und institutioneller Unterstützung im Alltag die Situation von alleinerziehenden Müttern noch stärker berücksichtigt werden, da in diesem Kontext Kinder besonders armutsgefährdet seien.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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