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Steuerliche Vorteile beim Jobticket nutzen

Wenn Berufspendler öffentliche Verkehrsmittel nutzen, können sie häufig auf ein Jobticket zurückgreifen, das ihnen der Arbeitgeber zur Verfügung stellt. Auf steuerrechtliche Besonderheiten dabei weist jetzt der Lohnsteuerhilfeverein "Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V." (VLH) hin.

Für die Fahrt zur Arbeit mit dem öffentlichen Personennahverkehr erhalten Arbeitnehmer ihre Monats- oder Jahresfahrkarten oft direkt von der eigenen Firma, die sie den Verkehrsunternehmen zu günstigen Sonderkonditionen wie etwa Tarifrabatte abkaufen. Ob der Beschäftigte dabei aus steuerlicher Sicht einen "geldwerten Vorteil" genießt, hänge davon ab, was er für sein Jobticket bezahlen muss, so der VLH.

Ein geldwerter Vorteil liege nicht vor, wenn der Arbeitnehmer den gleichen Preis für das Jobticket zahlt wie sein Arbeitgeber dem Verkehrsbetrieb - ungeachtet des profitablen Tarifrabattes, der nicht zu werten sei als Arbeitslohn oder als sogenannter Sachbezug durch den Arbeitgeber.

Letzteres wäre indes der Fall, wenn das Jobticket verbilligt oder unentgeltlich an den Beschäftigten weitergereicht wird: ein geldwerter Vorteil, der ebenso lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig sei wie der Arbeitslohn.

Beträgt jedoch die Summe aller geldwerten Vorteile weniger als 44 Euro monatlich, würden keine Steuern und Abgaben fällig. Diese Freigrenze wird allerdings bei Erhalt eine Jahres-Jobtickets überschritten, dessen geldwerter Vorteil zum Zeitpunkt der Aushändigung unmittelbar wirksam werde, erläutert der VLH.

Übersteigen die Kosten für das Jobticket 44 Euro im Monat, könne der Arbeitnehmer die Mehrkosten auch selber tragen, so dass die Freigrenze für Arbeitgeber-Sachbezüge eingehalten wird. Alternativ könnte die Firma den geldwerten Vorteil eines solchen Jobtickets pauschal mit 15 Prozent versteuern, ohne dass Sozialversicherungsbeiträge anfielen - allerdings nur bis zu der Summe, die in der Steuererklärung des Beschäftigten als Werbungskosten für die Fahrten zur Arbeit geltend gemacht werden kann.

Pauschal versteuerte oder steuerfreie geldwerte Vorteile in Zusammenhang mit dem Jobticket seien in der Lohnsteuerbescheinigung anzugeben - der entsprechende Betrag werde nämlich auf die Entfernungspauschale angerechnet, über die in der Steuererklärung des Arbeitnehmers die Fahrtkosten zur Arbeit als Werbungskosten geltend gemacht sind.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.

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