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90 Prozent der Azubis lernen bei Mittelständlern

Der Mittelstand bildet das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, heißt es. Zumindest was die Ausbildung betrifft, stimmt dies ohne Zweifel. Etwa 90 Prozent der Azubis lernen in kleinen und mittleren Unternehmen. Die insgesamt anhaltend hohe Arbeitsnachfrage in Deutschland hat zudem zum ersten Mal seit 2011 wieder zu einem Anstieg der Azubi-Anzahl geführt, berichtet die KfW-Bankengruppe.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 515.700 neue betriebliche Ausbildungsverträge geschlossen, was einem Plus von 5.700 gegenüber 2016 entspricht. Für das gerade gestartete Ausbildungsjahr geht Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, auf Grundlage des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels von einem weiteren Zuwachs von etwa einem Prozent aus. Rückläufige Schülerzahlen und eine weiter steigende Neigung zum Studium sprächen allerdings gegen einen langfristigen Aufwärtstrend.

Etwa neun von zehn der derzeit etwa 1,32 Millionen Auszubildenden lernen ihren Beruf im Mittelstand. Das bedeutet jedoch nicht, dass übermäßig viele kleine und mittlere Unternehmen ausbilden. Von den insgesamt 3,71 Millionen Mittelständlern waren der KfW zufolge zuletzt 470.000 Ausbildungsunternehmen, was einer Quote von 13 Prozent entspricht. Unter den Kleinstunternehmen mit weniger als 5 Beschäftigten waren es sogar nur 6 Prozent, bei Mittelständern mit mehr als 50 Mitarbeitern dagegen 73 Prozent.

Erstmals hat die KfW in einer Sonderauswertung auch die Geschlechterunterschiede bei der Berufswahl analysiert. Der Frauenanteil liegt demnach quer durch alle Branchen nur bei 38 Prozent. Junge Frauen entschieden sich öfter für eine schulische Ausbildung, in der vor allem Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufe gelehrt werden. "Von den jährlich rund 175.000 Neuzugängen an Berufsfachschulen sind knapp 80 Prozent Frauen", berichtet Zeuner.

Die Konzentration der jungen Frauen in bestimmten Berufen, Branchen und Größenklassen führt zu Gehaltsnachteilen, so ein weiteres Ergebnis der Analyse. Weibliche Azubis erhielten 2017 durchschnittlich 860 Euro Tarifvergütung im Monat - und damit 25 Euro weniger als Männer. Der tatsächliche Gehaltsnachteil sei wohl noch etwas größer, da nicht alle Azubis nach Tarif bezahlt würden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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