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Immer noch Gehaltsgefälle nach 28 Jahren deutscher Einheit

Fachkräfte sind gefragt, aber regional unterschiedlich stark. Das wirkt sich auch auf deren Einkommenshöhe aus. Trotz einer deutlich gestiegenen Nachfrage in den ostdeutschen Bundesländern sind die Gehälter für Fachleute dort noch wesentlich niedriger als im Westen.

Das Bruttogehalt einer Fachkraft in Westdeutschland liegt aktuell bei durchschnittlich 56.800 Euro. Das sind gut 12.000 Euro oder 27 Prozent pro Jahr mehr als eine Fachkraft in Ostdeutschland verdient. Bundesweit und auch in Ostdeutschland ist das Schlusslicht bei den Bundesländern Sachsen-Anhalt. Der Jahresverdienst liegt hier bei nur gut 39.000 Euro, allerdings könnten sich die Gehälter zukünftig deutlich positiv entwickeln. Denn die Nachfrage nach gut qualifizierten Fachkräften hat sich in Sachsen-Anhalt binnen fünf Jahren mehr als verdoppelt.

Stärkere Nachfrage gleich höhere Gehaltsangebote

Indes, in den Bundesländern mit den besten Verdiensten Hessen, Bayern und Baden-Württemberg ist die Fachkräftenachfrage immer noch viermal so hoch wie in Sachsen-Anhalt, gibt Philipp Löwer, Arbeitsmarktexperte von Stepstone, zu bedenken. Ergo sind auch die Dotierungen in Westdeutschland entsprechend höher. Die Jobplattform hat im Fachkräfteatlas die Nachfrage nach und die Gehälter von Fachkräften untersucht.

Beim Blick auf die alten Bundesländer steht Hessen bei der Vergütung von Fachkräften mit knapp 62.000 Euro jährlich an der Spitze. In Bayern erhalten sie 58.600 Euro, in Hamburg 58.200 Euro und in Baden-Württemberg glatt 58.000 Euro. Besonders hoch dotiert sind im Westen wie im Osten die Gehälter von IT-Experten und Ingenieuren. Mit durchschnittlich 67.000 Euro in Westdeutschland verdienen IT-Spezialisten 25 Prozent mehr als ihre Kollegen in Ostdeutschland. In der Gruppe der Ingenieure liegt der Gehaltsunterschied sogar bei 28 Prozent, im Westen erhalten sie knapp 73.000 Euro pro Jahr.

Bei der Betrachtung der Gehaltsunterschiede müssen jedoch die ebenfalls unterschiedlichen Lebenshaltungskosten berücksichtigt werden. Laut Destatis haben westdeutsche Haushalte hier in 2016 gut 20 Prozent höhere Ausgaben gehabt als ostdeutsche Haushalte.

Quelle: Personalwirtschaft.de

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