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Weiterbildungsformate: Mitarbeiter bekommen nicht immer, was sie wollen

Sowohl bei Mitarbeitern als auch bei ihren Arbeitgebern sind Seminare und Tagungen als Weiterbildungs- formate am beliebtesten. Bei allen anderen Angeboten bestehen jedoch zum Teil große Unterschiede zwischen dem, was sich die Arbeitnehmer wünschen und dem, was ihnen als Möglichkeiten im Unternehmen zur Verfügung steht.

89 Prozent der Mitarbeiter halten Seminare und Tagungen für sinnvoll oder sehr sinnvoll. In drei Viertel der Unternehmen (74 Prozent) werden solche Weiterbildungsformate auch gefördert. Bei diesen Maßnahmen stimmen die Bedürfnisse der Arbeitnehmer mit dem Angebot ihres Arbeitgebers noch am ehesten überein.

Drei Viertel der Mitarbeiter wollen Coaching, nur ein Fünftel bekommt es

Am zweitbeliebtesten bei Mitarbeitern ist Coaching; 79 Prozent wünschen sich dieses Format. Doch lediglich 21 Prozent der Firmen bieten persönliches Coaching an - eine eklatante Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit. An dritter Stelle der Weiterbildungsformate stehen für Arbeitnehmer längere Qualifizierungen: 77 Prozent halten sie für sinnvoll, aber nur 34 Prozent bekommen die Möglichkeit, an solchen Maßnahmen teilzunehmen. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Umfrage "Wert der Weiterbildung" der > Haufe Akademie. Dafür wurden im vergangenen Jahr 1018 Angestellte befragt. Nach Ansicht der Studienautoren setzen Unternehmen wertvolles Potenzial aufs Spiel, denn gerade Coaching sei besonders wirksam. Es sei längst nicht mehr der Management-Ebene vorenthalten, sondern könne auf allen Hierarchiestufen zu strategisch relevanter Entwicklung führen.

Blended Learning, immer noch ein Stiefkind unter den Angeboten

Auf dem vierten Platz der Beliebtheitsskala bei Arbeitnehmern steht Blended Learning, die Kombination von E-Learning und Präsenzveranstaltungen. Zwei Drittel der Arbeitnehmer (67 Prozent) schätzen diese Form der Weiterbildung, aber nur eine Minderheit von 13 Prozent hat die Chance, im Unternehmen solche Möglichkeiten wahrzunehmen - hier ist die Diskrepanz zwischen dem, was Mitarbeiter wollen und was ihnen geboten wird, noch größer als beim Coaching. Reines E-Learning nimmt in der Beliebtheit den letzten Platz bei Mitarbeitern ein; rund jeder zweite Befragte (53 Prozent) hält das Lernmedium für sinnvoll. In 42 Prozent der Unternehmen wird diese digitale Selbstlernmöglichkeit angeboten. Auch durch die Vernachlässigung von Blended Learning vertun Arbeitgeber nach Meinung der Studienautoren Chancen. Dieses Format fördere ganzheitliche Weiterbildungsprozesse, denn Wissen aus Seminaren und Trainings kann mit Hilfe von digitalen Formaten direkt im Arbeitsalltag wiederholt und angewendet werden, was den direkten Lerntransfer in die Berufspraxis fördere.

Mitarbeiter in Auswahl von Weiterbildungsmaßnahmen einbeziehen

Die Studienteilnehmer wurden auch gefragt, bei wem sie Rat suchen, um eine geeignete Weiterbildung zu finden. Danach hören sich 93 Prozent intern bei ihren Kollegen und Vorgesetzten um. Die Personalentwicklung folgt mit 84 Prozent. Daraus schließt die Studie, dass HR ist noch nicht in der Beraterrolle angekommen sei und damit wertvolles Potenzial verschenke, um definierte Weiterbildungsthemen und -formate voranzutreiben und so das Know-how des Unternehmens in eine strategisch stimmige Richtung zu lenken. Die Studie empfiehlt, die Unternehmensstrategie und die Mitarbeiterwünsche in den Mittelpunkt zu stellen. Um Arbeitnehmer immer auf dem aktuellen Wissensstand zu halten, sie besser zu fördern und langfristig zu binden, sollten sie in den Auswahlprozess von Weiterbildungsmaßnahmen einbezogen werden.

Quelle: Personalwirtschaft.de

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