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Befragung: Mitarbeiter fühlen sich im Change nicht mitgenommen

Mehr als jeder zweite Mitarbeiter fühlt sich bei Change-Projekten nicht ernst genommen und unterstützt. Vor allem individuelle Bedürfnisse und Menschlichkeit bleiben bei Veränderungs- prozessen oft auf der Strecke, wie eine aktuelle Befragung zeigt.

Fast alle Mitarbeiter (94 Prozent) erwarten von Arbeitgebern bei Change-Projekten, dass es menschlich zugeht. In der Praxis gibt jedoch gut die Hälfte (55 Prozent) an, dass ihre eigenen Bedürfnisse in Veränderungssituationen des Unternehmens nicht ernst genommen werden oder nicht wichtig sind. Dies geht aus der Befragung "Ist Change menschlich?" von Mutaree hervor. An der branchenübergreifenden Befragung nahmen 134 Führungskräfte und Mitarbeiter teil.

Unzureichendes Engagement des Arbeitgebers bei Veränderungsprozessen

Lediglich jeder dritte Befragte (32 Prozent) hält das Verhalten seines Arbeitgebers in Change-Prozessen für ausreichend. Zwei Drittel (67 Prozent) sind der Meinung, dass weder das Verhalten noch das Engagement ihres Unternehmens in einer Veränderungssituation ausreichend sind. Haben die Befragten jedoch ein gutes Verhältnis zu ihrer Führungskraft oder selbst eine Schlüsselposition im Projekt inne, fühlen sie sich als Mitarbeiter deutlich bessergestellt. "Viele Unternehmen arbeiten im Change leider ausschließlich inhaltlich. Der Fokus liegt auf Strategien, Systemen, Prozessen und Strukturen. Im besten Fall wird noch eine inhaltlich gute Change-Story ausgearbeitet", sagt Claudia Schmidt, Geschäftsführerin von Mutaree. Neben der inhaltlichen Ebene sollten die Unternehmen auch die persönliche Ebene der betroffenen Mitarbeiter begleiten, zumal motivierte Mitarbeiter der wichtigste Faktor für erfolgreiche Change-Projekte seien, so Schmidt. Was im Grunde eine Binsenweisheit ist oder selbstverständlich sein sollte, wird offenbar von den Unternehmen unzureichend berücksichtigt, beruft man sich auf die Studienergebnisse.

Jedem Zweiten fehlt Orientierung bei Change-Projekten

Für die Studie wurden die Teilnehmer insgesamt nach 16 verschiedenen Bedürfnissen in Change-Prozessen befragt. Danach schneiden die Aspekte Klarheit, Transparenz und Sinnhaftigkeit noch am besten ab: Fast sechs von zehn Befragten (57 Prozent) sind der Meinung, dass ihr Unternehmen im Change Wert auf diese Faktoren legt. Orientierung und Unterstützung erkennen noch 53 Prozent der Befragten. Schlechter sieht es schon beim wichtigen Aspekt Wertschätzung aus: Nur noch 42 Prozent empfinden diese in Veränderungsprojekten. Ähnlich fällt die Erfahrung bei der Sicherheit aus; dieses Gefühl haben lediglich 41 Prozent der Mitarbeiter und Führungskräfte in Change-Situationen.

Mitarbeiter kritisieren wenig Zeit, Einfluss und Feedback

Noch negativer bewerten die Befragten andere Aspekte: Nur rund ein Drittel (35 Prozent) erhält in Veränderungsprozessen Feedback und lediglich 30 Prozent finden, dass sie im Change ausreichend Zeit haben. Auch geben nicht mehr als 29 Prozent an, dass sie Einfluss auf die Situation haben, und etwa ebenso wenige (27 Prozent) empfinden, dass die Arbeitgeber ihre Autonomie berücksichtigen. Auch der Aspekt Kreativität kommt nach Ansicht der Mitarbeiter (26 Prozent) zu kurz und Spaß bei Change-Projekten empfinden mit 19 Prozent die wenigsten Mitarbeiter. Wer Veränderungen erfolgreich gestalten will, resümiert Schmidt angesichts der Befragungsergebnisse, müsse die Menschen gewinnen, dafür deren Bedürfnisse erkennen und soweit wie möglich auch erfüllen.

Quelle: Personalwirtschaft.de

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